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bergbahnen
14.11.2017
Gelder für Bergbahnen - kritische Fragen aus dem St. Galler Kantonsrat
Die Bergbahnen beschäftigen den St. Galler Kantonsrat: In den letzten Monaten wurden Auskünfte zu geplanten Investitionen im Toggenburg verlangt, aber auch Fragen zur Strategie der Regierung gestellt. Die Vorstösse sind zwar noch nicht beantwortet, teilweise aber bereits überholt.

In einem seit August noch nicht beantworteten gemeinsamen Vorstoss lobten die Fraktionen von FDP, SP-Grüne und SVP ein geplantes Ausbauprojekt im Toggenburg. Es sei Bestandteil von weiteren Erneuerungs- und Standortausbauten, die das touristische Angebot verbesserten. Das Seco halte es für unterstützungswürdig.

Für Investitionen von 15 Mio. Franken stellten die Bergbahnen Wildhaus AG ein Gesuch für ein Darlehen aus dem Topf für die Neue Regionalpolitik (NRP) in der Höhe von fünf Millionen Franken. «Dieses Geld ist in Bern jederzeit abrufbar», heisst es im Vorstoss.

Hotelprojekt würde profitieren
Das Projekt liege auch im Interesse des geplanten Jufa-Hotels in Wildhaus, das zu einer wesentlichen Aufwertung des Hotelangebots im oberen Toggenburg führen werde.

Gefragt wurde unter anderem, wie der Kanton das Projekt beurteile und – grundsätzlicher – ob man daran sei, die Tourismusförderung zu überarbeiten und daraus eine Strategie für die Bergbahnen abzuleiten.

Kaum war der Vorstoss eingereicht, informierte allerdings das Volkswirtschaftsdepartement am 30. August, dass wegen der Auseinandersetzungen zwischen den Bergbahnen Wildhaus AG und den Toggenburg Bergbahnen AG das Darlehen für das Ausbauprojekt sistiert werde. Damit solle der Druck erhöht werden, dass die beiden Unternehmen ihren Tarifstreit beilegen.

Pizol statt Toggenburg
Ähnlich von den Ereignissen überholt wurde eine anfangs November eingereichte einfache Anfrage von SVP-Kantonsrat Mirco Gerig (Wildhaus-Alt St. Johann), in der es um eine allfällige Bevorzugung der Pizolbahnen geht. Gerig berief sich darin auf «regierungsnahe Kreise» und Begründungen «hinter vorgehaltener Hand». Nämlich: Für das Obertoggenburg könnten keine Gelder gesprochen werden, da die Bergbahnen am Pizol finanzielle Probleme hätten und auch Mittel benötigten.

Weil die Regierung inzwischen ihre Pläne am Pizol publik gemacht hat, haben sich die Fragen im Vorstoss mehr oder weniger erledigt. Man werde nun die Entwicklung beobachten und allenfalls nochmals reagieren, erklärte der Kantonsrat gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Gerig hält dabei an seiner Kritik fest, dass man am Pizol ein marodes Unternehmen unterstütze und gleichzeitig in Wildhaus Investitionen in der Höhe von 15 Mio. Franken blockiere. Da werde nicht mit gleichen Ellen gemessen, stellte fest.

Schuldenerlass in Glarus
Ebenfalls noch nicht beantwortet ist ein Vorstoss von Christopher Chandiramani (SVP). Er führt darin aus, dass die Wirtschaftskrise, einige milde Winter in Serie und ausbleibende Gäste die Probleme der Bergbahnen anwachsen liessen.

Der Kanton Glarus habe darauf reagiert und den Bergbahnen Elm und Braunwald die Schulden erlassen. Chandiramani will nun wissen, ob es im Kanton St. Gallen Bergbahnen und Skilifte mit Zahlungsschwierigkeiten gebe, bei denen Stundung oder Schuldenerlass in Betracht gezogen werde.

Der SVP-Kantonsrat fragt die Regierung, welche Regionen sie bei Problemen prioritär behandeln würde: «Toggenburg, Sarganserland, Walensee, andere?» (sda/npa)

  
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