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volksabstimmung
13.02.2017
Graubünden will definitiv keine Olympiade
Das Bündner Stimmvolk hat zum zweiten Mal innert vier Jahren eine Kandidatur für die Durchführung Olympischer Winterspiele verworfen. Das «Nein» zu einem Kredit von 25 Millionen Franken fiel mit 60 Prozent sogar noch höher aus als die Ablehnung im Jahr 2013.

Das Bündner Establishment aus Wirtschaft und Politik hat erneut eine schwere Schlappe erlitten. Nur vier Jahre nach dem «Nein» zu den Olympischen Winterspielen 2022 verwarf das Volk die neue Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2026 mit 41'633 (60,1 Prozent) zu 27'648 Stimmen (39,9 Prozent) bei 50,9 Prozent Wahlbeteiligung.

Die Kandidatur, über die vor vier Jahren abgestimmt wurde, war beim Stimmvolk mit 52,7 Prozent durchgefallen. Wirtschaftsverbände hatten die Olympia-Idee danach aufgewärmt und an die Politik herangetragen, die sofort auf den Zug aufsprang. Die Kantonsregierung kaufte den Wirtschaftsexponenten deren Grobskizze für mehrere hunderttausend Franken ab und machte die Kandidatur zur eigenen. Der Grosse Rat liess sich vom Olympia-Fieber anstecken und stimmte dem Kredit von 25 Millionen fast einstimmig zu - einzig die SP-Fraktion lehnte die Vorlage ab.

Wettkampfstätten nicht begeistert
Mit Spielen, die - nicht wie letztes Mal - auf Davos und St. Moritz konzentriert waren, wollten Wirtschaft und Politik das «Ja» an der Urne diesmal hinbekommen. Als Wettkampfstätten vorgesehen waren Chur, St. Moritz, Davos, Flims/Laax. Arosa/Lenzerheide. Zustimmung zum Kredit gab es nicht einmal in all jenen Gemeinden, in denen Wettkämpfe hätten stattfinden sollen: St. Moritz, Davos, Arosa und Chur lehnten die Vorlage ab.

Ausserkantonal waren Engelberg, Einsiedeln, Kloten und Zürich in das Bündner Konzept eingebunden. Vor allem die Stadt Zürich hatte schon vor dem sonntäglichen Urnengang Distanz markiert: Das Zürcher Stadtparlament, der Gemeinderat, sprach sich Mitte Januar deutlich gegen eine Beteiligung an der Bündner Kandidatur aus. Der Grund: das finanzielle Risiko sei zu hoch.

Aufwind für Westschweizer Kandidatur
Die Olympia-Frage im 2026 ist mit dem Bündner «Nein» schweizweit nicht vom Tisch. Aufwind bekommen hat dadurch die Westschweizer Kandidatur «Sion 2026» mit den Kantonen Wallis, Waadt, Bern und Freiburg. Projekte brauchen die Unterstützung der Bevölkerung Swiss Olympic bedauert die Ablehnung des Kandidaturkredits für Olympische Winterspiele 2026 in Graubünden.

Der Dachverband des Schweizer Sports betonte gleichzeitig die Notwendigkeit, dass Olympia-Projekte im Volk abgestützt sein müssten. Für Swiss Olympic habe immer festgestanden, dass jedes Kandidaturprojekt die Unterstützung der Bevölkerung haben müsse, schrieb der Sportverband in einer Stellungnahme. Daher sei der Volksentscheid in Graubünden vollumfänglich zu respektieren. (sda/og)

  
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