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fernmärkte
30.11.2016
Graubündner Destinationen visieren Individualreisende aus China an
Bündner Destinationen entdecken das Potenzial des Wachstumsmarkts China: Davos Klosters und Engadin St. Moritz erarbeiten gemeinsam mit der HTW Chur Ideen und Anwendungstools für die Gäste aus Fernost. Nachholbedarf gibt es bei den Sprachkenntnissen der Leistungsträger.

Während etwas mehr als einem Jahr arbeiteten die beiden Destinationen Davos Klosters und Engadin St. Moritz in Bezug auf China innerhalb des Tourismusprogramms Graubünden 2014-2021 eng mit der HTW Chur zusammen. Das Ergebnis des Projektes «China Inbound Services» sind wissenschaftsbasierte Erkenntnisse und Anwendungstools, eine Sensibilisierung und Weiterbildung der Leistungsträger vor Ort sowie Ideen, wie sich die beiden Destinationen künftig auf dem chinesischen Markt bewegen wollen.

Neue Definition von «Stammgast»
Weg von den klassischen Erstreiserouten chinesischer Gäste werden kleinere Gruppen (sogenannte FIT-Reisende) aus China als Zielgruppe anvisiert, die mindestens einmal in einer der beiden Destinationen übernachten. Eine im ersten Quartal 2016 durchgeführte Kundenbefragung in Davos Klosters und St. Moritz habe ergeben, dass die Mehrheit der etwas mehr als einhundert antwortenden chinesischen Gäste nicht zum ersten Mal in Europa war. Interessant sei auch die Feststellung, dass diese Gäste in der Regel eine bestimmte Destination nur einmal besuchen und nicht wiederkehren. Für die Tourismusorte bedeute dies, dass sich der Begriff «Stammgast» nicht von Einzelpersonen, sondern auf Personengruppen ausgedehnt hat, heisst es in einer Medienmitteilung der HTW Chur vom Mittwoch.

Gute Bewertungen, mangelhafte Sprachkenntnisse
Wichtig für die Produktgestaltung seien die Rückmeldungen der Gäste bezüglich ihrer positiven und negativen Erfahrungen während des Aufenthaltes sowie deren Empfehlungen an die Destinationen. Die Weiterempfehlungsrate für die Destinationen Engadin St. Moritz und Davos Klosters falle mit über 80 Prozent der Maximalnote 10 höchst erfreulich aus, urteilt die HTW Chur.

Am meisten kritisiert wurden fehlende Informationen auf Mandarin, sei es in den Hotels, Restaurants oder in der Destination allgemein. Bei den Aktivitäten waren die Touristinnen und Touristen aus Fernost sowohl für Sport – sei es Skifahren, Snowboarden oder kurzen Wanderungen – als auch für Bergbahnfahrten, Naturerlebnisse, Shopping und das Kosten lokaler Speisen zu begeistern.

Vom Verkauf in China zum Erlebnis in den Bündner Bergen
Während die im Juni 2016 gegründete China connect AG für Marketing und Sales in China zuständig ist, fokussiert «China Inbound Service» auf die Produktentwicklung und -anpassung, die Personalschulung und den Service vor Ort. Davos setze seit vier Jahren mit Erfolg auf eine «Chinese guest relation»-Managerin und Schneesportlehrerin, das Engadin werde diesem Vorbild nun auf die Wintersaison 2016/17 hin folgen.

Der Kanton Graubünden fördert bereits seit 2013 das Kooperationsprojekt «Brasilien – Indien – China (BRIC)» der Destinationen Davos Klosters und Engadin St. Moritz sowie der Rhätischen Bahn (RhB). Wichtige Erkenntnisse aus diesem Projekt konnten für «China Inbound Service» übernommen werden. (htr/pt)

  
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