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meinung
17.05.2018
«Sion 2026» als Impulsgeber
Kommentar von Lorenzo Schmiedke, Mitglied im Team Wirtschaftspolitik von hotelleriesuisse: «Nutzen wir die Chance der Winterspiele, um die Digitalisierung in die Regionen zu tragen und die dortige Wirtschaft nachhaltig zu entwickeln.»

Wenn es um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele geht, wird es sehr schnell emotional. Kritiker beanstanden – zu Recht – die fehlhafte Planung, Kostenexplosionen oder die Schädigung der Umwelt in der Vergangenheit. Die vergangenen Winterspiele waren in dieser Hinsicht auch keine Leuchttürme. Trotzdem muss di erenziert werden. Schliesslich ist die Schweiz nicht China, Südkorea oder Russland, wo aus dem Nichts komplett neue Wintersportanlagen aus dem Boden gestampft wurden. In unserem Land wird seit über 150 Jahren Wintertourismus betrieben. Wir haben die Infrastruktur und das Know-how.

Die Winterspiele sind eine grosse Chance für die Schweiz, besonders für den Tourismus und die regionale Wirtschaft. Denn wir be nden uns im Wandel, und die Winterspiele können als «Fixpunkt» für dessen aktive Mitgestaltung gesehen werden. Globalisierter Wettbewerb, demografischer Wandel, klimatische Veränderungen und neue Technologien sind die Haupttreiber, welche wie Brandbeschleuniger in den nächsten Jahren auf den laufenden Strukturwandel wirken werden.

Nur drei Beispiele: Die traditionellen Wintersportdestinationen, wie die Schweiz, erhalten immer mehr globalen Wettbewerb. Staaten in Osteuropa und Asien bauen den Wintertourismus stark aus. Ausserdem wird 2020 das Segment von über 65-Jährigen in der Schweiz 33,4 Prozent betragen, 2030 bereits 43 Prozent (gemäss Bundesamt für Statistik). In Europa ist die Entwicklung ähnlich. Die touristische Infrastruktur wird sich auch wegen der Demografie in Zukunft anpassen und verändern müssen. Und dann ist da noch die Digitalisierung. Die digitale Transformation verlangt Infrastruktur für schnelles Internet, den Aufbau von Kompetenzen und Fähigkeiten, Räume für Innovationen zu schaffen und vor allem überbetrieblich zu handeln, da immer standortungebundener gearbeitet wird. Der Bund schreibt in seiner neuen Tourismusstrategie: «Olympische Winterspiele im Jahr 2026 in Sion könnten dem Schweizer Tourismus substanzielle Impulse verleihen. Positive Impulse für den Tourismus sind insbesondere bei  Themen wie Infrastruktureffekte, Nachfrageeffekte, Qualität, Digitalisierung sowie Unternehmertum und neue Geschäftsmodelle zu erwarten.»

Die Marketingeffekte für die Schweiz wären unbezahlbar. Rund 10'000 Medienschaffende und 400 TV-Sender aus aller Welt würden während Wochen rund 40'000 Stunden Bilder der Schweiz in die Welt ausstrahlen. Im Internet betrüge die Übertragung rund 60'000 Stunden. Dies würde helfen, sich noch besser im globalen Wettbewerb zu positionieren und neue Gästegruppen zu gewinnen.

Nutzen wir die Chance der Winterspiele, um die Digitalisierung in die Regionen zu tragen und die dortige Wirtschaft nachhaltig zu entwickeln, zum Beispiel mit dem Aufbau einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur bis 2026. Somit können Arbeitsplätze langfristig gesichert werden, was die gesamte Schweiz stärkt.

  
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