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fahrdienstvermittler
9.02.2018
Unia zieht Arbeitskonflikt mit Uber vor Gericht
Die Gewerkschaft Unia will die Interessen der Chauffeure, die für den Fahrdienstvermittler Uber und dessen Partnerfirmen arbeiten, vor Gericht bringen. Es seien unbezahlte Löhne in der Höhe von hunderttausenden von Franken ausstehend, macht die Gewerkschaft geltend.

Man werde vor Arbeitsgericht gehen, nachdem das Mediationsverfahren zwischen Unia, Uber und dessen Partnern unter Anleitung des Genfer Wirtschaftsdepartements am 1. Februar ohne zählbares Resultat beendet worden sei, sagte der Gewerkschaftssekretär Umberto Bandiera am Donnerstag vor den Medien in Genf. Bis der Konflikt gelöst sei, müsse der Kanton Genf Uber die Tätigkeit untersagen. Diese Möglichkeit sei im neuen Genfer Taxigesetz ausdrücklich vorgesehen.

Fahrer des US-Unternehmens hatten am 6. Dezember 2017 zum ersten Mal in der Schweiz gestreikt, um gegen ihre Arbeitsbedingungen zu protestieren. Zwei Waadtländer Partnerunternehmen des Dumping-Fahrdienstes hatten die Leute rekrutiert, ohne sich an die schweizerische Arbeits- und Sozialgesetzgebung zu halten. Laut der Gewerkschaft Unia wurde in zahlreichen Schlichtungstreffen festgestellt, dass die von den Chauffeuren erhobenen Vorwürfe zutreffen: verspätet oder in Raten ausbezahlte Löhne, Arbeitszeiten von oft über 45 Stunden pro Woche, ausstehende Sozialversicherungsbeiträge, Unterbietung der vertraglich vereinbarten oder kantonal vorgeschriebenen Löhne.

Löhne unter zehn Franken
Teilweise lagen die Löhne bei unter zehn Franken pro Stunde, wie Unia schreibt. Das Unternehmen Uber, das 25 Prozent Provision für jede Fahrt kassiere, habe nie die geringste Initiative ergriffen, um seinen Fahrern zu ihrem Recht zu verhelfen. Trotz der «komplizierten Situation» sieht die Gewerkschaft bei Uber aber auch Dialogbereitschaft. So habe das Unternehmen in Verhandlungen über eine Rahmenvereinbarung eingewilligt, um die ständigen Konflikte zu beenden. Diese Vereinbarung soll die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften garantieren.

Die Unia plädiert für eine Lösung auf Bundesebene. Ausserdem brauche es viel mehr Kontrollen, um zu garantieren, dass das Gesetz respektiert werde. Man wolle nicht zusehen, wie ein neues Segment der sozialen Unsicherheit und Verelendung entstehe, sagte Roman Künzler, Verantwortlicher der Unia Schweiz für den Transportsektor. Die Kantone sind inzwischen daran, eigene Lösungen zu suchen, um ihre Gesetze an das neue ökonomische Modell anzupassen. In Genf ist seit dem vergangenen 1. Juli ein neues Taxi-Gesetz in Kraft. Die Waadtländer Regierung hat am Donnerstag ein Gesetzesprojekt zu Uber ans Kantonsparlament überwiesen. (sda/og)

  
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