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nationalpark
5.02.2016
Parc Adula: Vals fürchtet um seine touristische Entwicklung
Der Gemeinderat von Vals (GR) will mehr Freiheiten für die wirtschaftliche Entwicklung in der Umgebungszone des geplanten zweiten Nationalparks Parc Adula. Die Gemeindeexekutive hat «erhebliche Bedenken», die Rahmenbedingungen des Parks könnten die touristische Entwicklung und damit auch das Tourismusprojekt von Remo Stoffel behindern.

Vals ist eine der 17 potenziellen Standortgemeinden des geplanten, 1230 Quadratkilometer grossen Nationalparks mit einer 145 Quadratkilometer grossen, streng geschützten Kernzone. Vals liegt zum überwiegenden Teil in der sogenannten Umgebungszone, die ökologisch und ökonomisch nachhaltig entwickelt werden soll.

Für den Gemeinderat ist unklar, welche Regeln es in der Umgebungszone tatsächlich geben wird, wie er am Freitag mitteilte. Einerseits sagten die Parkpromotoren, in dieser Zone werde es keine Einschränkungen der volkswirtschaftlichen Entwicklung geben.

Andererseits lege die Pärkeverordnung des Bundes nahe, dass «vorhandene und geplante schwerwiegende Beeinträchtigungen» bei Gelegenheit beseitigt oder verhindert würden. Im Fall von Vals handle es sich um Steinbrüche, Skilifte, Hochspannungsleitungen und die Wasserkraft.

Dies könne weitreichende Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung haben und touristische Projekte massiv behindern oder verunmöglichen, schreibt der Gemeinderat. Er will es nicht hinnehmen, dass durch den Parc Adula wichtige und von der Bevölkerung gewünschte Projekte allenfalls verhindert würden.

Gigantisches Tourismusprojekt geplant
In der Tat wird im 2000-Seelen-Bergdorf dieses Jahr über das gigantische, 300 Millionen Franken schwere Tourismusprojekt des einheimischen Investors Remo Stoffel abgestimmt. Stoffel will neben der bekannten Therme einen 381 Meter hohen Hotel-Turm bauen und eine mehrere Fussballfelder grosse, parkähnliche Piazza aus der Feder des japanischen Pritzkerpreisträgers Tadao Ando.

Der Gemeinderat erwartet von den Park-Verantwortlichen, dass die Rahmenbedingungen in der Umgebungszone im Sinne einer freien wirtschaftlichen Entwicklung geklärt und wo nötig verändert werden. Andernfalls hege er grosse Zweifel am Erfolg des Parkprojektes.

Die Stimmberechtigten der 17 Standortgemeinden werden dieses Jahr über die Gründung des Nationalparks abstimmen. Unklar ist, ob der Park nach langjährigen Vorarbeiten gegründet werden kann, wenn auch nur eine einzige Gemeinde «Nein» sagt. (sda/npa)

  
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