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Ski-WM 2017
9.02.2017
Verstärkte Sicherheitsmassnahmen an der Ski-WM
Neue Bedrohungsszenarien sind auch an der Ski-Weltmeisterschaft in St. Moritz ein Thema. Die Zuschauer merken davon – im Gegensatz zum WEF in Davos – allerdings wenig.
Jara Uhricek / sda

Seit der Anschlagserie in Paris im 2015 gilt am World Economic Forum (WEF) in Davos diese Form von Terrorismus als die grösste Gefahr. Das wahrscheinlichste Bedrohungsszenario sei ein logistisch einfacher Terroranschlag, ausgeführt von einer Einzelperson oder einer kleinen Gruppe, sagte Walter Schlegel, Kommandant der Kantonspolizei Graubünden, Mitte Januar vor den Medien am WEF.

Als Reaktion darauf wurden letztes wie dieses Jahr die Polizeipräsenz in Davos erhöht und die Kontrollen am WEF ausgeweitet. Das wirkte sich auf die Kosten aus. Die Sicherheit in Davos kostete 2016 für die vier Tage WEF neun Millionen Franken, eine Million mehr als 2015.

Sicherheitskosten stiegen um 25 Prozent an
Auch an der Ski-WM, die bis zum 19. Februar in St. Moritz stattfindet, fallen die Sicherheitskosten höher aus, als ursprünglich budgetiert. Wenige Monate vor der WM wurde klar, dass die von der Kantonspolizei Graubünden gestellte Rechnung merklich höher ausfallen wird als erwartet. «Wir rechnen mit Sicherheitskosten rund 25 Prozent über dem ursprünglichen Budget», sagte Thomas Rechberger, Finanzchef der Ski-WM, der Nachrichtenagentur sda.

So happig die Zunahme auch ist, die Gesamtkosten sind mit denen von Davos nicht annähernd vergleichbar. «Für die 14 Tage Ski-WM rechnen wir mit Sicherheitskosten von 650'000 bis zu einer Million Franken», erklärte Rechberger. Anteilsmässig seien das 1 bis 1,5 Prozent vom 65 Millionen Franken schweren WM-Budget.

Weniger geschützte Personen, kleinere Sicherheitszonen
Welcher Art die «neuen Bedrohungsszenarien» an der Ski-WM sind, will die Polizei im Gegensatz zum WEF aus strategischen Überlegungen nicht ausführen, wie Roman Rüegg, Mediensprecher der Kantonspolizei, der Nachrichtenagentur sda sagte. Das WEF und die Ski-WM seien nicht miteinander vergleichbar, erklärte Rüegg. Die Bedrohungslagen seien nicht die gleichen und auch die Dimensionen des Polizeieinsatzes nicht.

Die WM sei ein öffentlicher Sport-Grossanlass, das WEF eine internationale Konferenz mit geladenen Gästen.  «Die Anzahl völkerrechtlich geschützter Personen, die besonders intensiv geschützt werden müssen, ist an der WM um ein Vielfaches geringer», erklärte Rüegg. Zudem seien Sicherheitszonen an der WM nicht im selben Ausmass notwendig wie beim WEF.

Die Polizei verfolgt zudem ganz verschiedene Ansätze. Während am WEF eine sichtbare und medial kommunizierte Polizeipräsenz durchaus für Abschreckung sorgen soll, will die Polizei an der WM nicht auffallen. «Der Sport soll im Vordergrund stehen. Die Kantonspolizei will bei der WM Weltmeister im dezenten aber wirkungsvollen Auftritt werden», sagte Rüegg.

Der Zuschauer werde bei der Polizeipräsenz keinen Unterschied zur letzten Ski-WM in St. Moritz im 2003 bemerken. Ähnlich tönt es vom WM-OK: Trotz neuer Bedrohungen hätten die Sicherheitskosten ein ähnliches Ausmass wie 2003.

Ausserkantonale Polizeikräfte gehen ins Geld
Dass die Rechnung der Kantonspolizei nun klar höher als budgetiert ausfallen wird, hat laut Rüegg weniger mit der Bedrohungslage zu tun als vielmehr mit den eingesetzten Sicherheitskräften. Grosse Auswirkungen hatte der Entscheid der Armee, im Gegensatz zu 2003 keine Sicherheitsaufgaben an der WM wahrzunehmen.

Auch die Doppelbelastung durch WEF und WM machte sich bemerkbar. Rechnete die Kantonspolizei ursprünglich damit, den Grossanlass allein bewältigen zu können, wurde im letzten Herbst klar, dass auch ausserkantonale Kräfte aus dem Ostschweizer Polizeikonkordat aufgeboten werden müssen. Die kommen den WM-Veranstalter teurer zu stehen, als die Bündner Polizisten.

Da die WM für Graubünden eine grosse touristische und sportliche Bedeutung hat, verzichtet die Kantonsregierung darauf, die von der Kantonspolizei geleisteten Arbeitsstunden zu verrechnen. Der Veranstalter muss lediglich für die Polizeiinfrastruktur, Spesen und diverse Lohnzulagen aufkommen.

  
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