Daniel Schmid (1941 bis 2006) zählt zu den bedeutendsten Schweizer Regisseuren seiner Generation. Mit Filmen wie «Il Bacio di Tosca», «Beresina» oder «Jürg Jenatsch» feierte er internationale Erfolge und war an Festivals wie Cannes, Locarno und der Berlinale präsent. Weniger bekannt ist seine enge Verbindung zum Hotel Schweizerhof in Flims, in dem er aufwuchs und das sein Schaffen nachhaltig prägte.

Das Hotel als Filmkulisse

Der Schweizerhof blieb für Schmid zeitlebens Rückzugsort und Inspirationsquelle. Zu seinen ersten Filmen zählt «Heute Nacht oder nie», der teilweise im Hotel entstand. Auch die Gestaltung des Hauses trägt seine Handschrift. Auf seine Initiative gehen unter anderem die altrosa Farbe des Hotels sowie die goldfarbenen Vorhänge im Speisesaal zurück. Schmid verstand das Hotel als Bühne, die Berglandschaft als Kulisse und die Gäste als Publikum.

Zu seinen engsten Weggefährten gehörten der Schriftsteller Martin Suter, der an mehreren Drehbüchern mitarbeitete, sowie die Schauspielerinnen Marisa Paredes und Irène Olgiati.

Open House zum 20. Todestag

Zum 20. Todestag des Regisseurs lädt der Schweizerhof Flims vom 7. bis 9. August zu einem filmischen Open House ein. In historischen Räumen und auf der Dachterrasse werden ausgewählte Werke von Daniel Schmid gezeigt. Ergänzt wird das Programm durch Gespräche und persönliche Erinnerungen von Weggefährten. Die Gastgeberfamilie Schmidt möchte damit das filmische Erbe des Regisseurs und seine enge Verbundenheit mit dem Hotel erlebbar machen.


[IMG 2] Nachgefragt bei Christoph Schmidt

Was würden Sie Daniel Schmid zeigen, wenn er heute im Schweizerhof einchecken würde?

Ich glaube, er würde sich im Schweizerhof sofort wieder zu Hause fühlen. Das Haus ist im Kern noch immer dasselbe, auch wenn es sich weiterentwickelt hat. Als Erstes würde ich ihm unser Badehaus zeigen. Daniel träumte von einem hölzernen Badehaus auf dem Caumasee. Weil das nie möglich war, haben wir beim Hotel ein Badehaus in Holzbauweise auf das bestehende Hallenbad gesetzt. In der Familie sagen wir manchmal: «Jetzt hat Daniel sein Badehaus doch noch bekommen.»

Ihre Eltern führte das Hotel, Ihr Onkel war Künstler. Wie haben sie zusammengearbeitet?

Mein Vater und er waren wie Katze und Maus. Mein Vater war der Unternehmer, Daniel der Künstler. Entsprechend prallten ihre Ansichten manchmal heftig aufeinander. Trotzdem war Daniel bei Umbauten und Stilfragen ein wichtiger Sparring-Partner. Seine Ideen waren oft ungewöhnlich, wurden aber sehr geschätzt. Am Ende fanden die beiden immer wieder zusammen.

Ihr Onkel war ein Nachtmensch. Gibt es eine Anekdote, die Ihnen besonders geblieben ist?

Wenn Daniel spätabends aus Italien zurückkam und schöne Drucke oder Bilder dabeihatte, wollte er sie sofort aufhängen. Mitten in der Nacht hörte man dann Hämmern und Klopfen auf den Hotelgängen. Am nächsten Morgen musste mein Vater die Beschwerden der Gäste entgegennehmen. Heute erzählt man diese Geschichte mit einem Schmunzeln.

Wo ist Daniel Schmid im Schweizerhof bis heute sichtbar?

Eigentlich überall. Die altrosa Fassade geht auf seine Idee zurück. Besonders deutlich zeigt sich seine Handschrift im Speisesaal mit den grossen goldfarbenen Vorhängen. Daniel verstand das Hotel als Bühne. Die Landschaft draussen war für ihn die Kulisse, die Gäste das Publikum.

Warum investieren Sie so viel in Kulturprojekte wie das Open House?

Kultur gehört seit jeher zum Schweizerhof. Mit dem Open House möchten wir Daniel Schmids filmisches Erbe lebendig halten und seine Werke in einer besonderen Atmosphäre zeigen. Gleichzeitig erzählen wir damit die Geschichte unseres Hauses weiter. Gäste erinnern sich nicht nur an schöne Zimmer, sondern an Orte, die sie emotional berühren. Genau das möchten wir schaffen.