Am Hospitality Summit im Juni in Bern zeigte sich im Branchen-Austausch ein klares Bild: Viele Betriebe stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Gleichzeitig entstehen neue Chancen für jene Unternehmen, die gemeinsam denken und handeln.
Fachkräftemangel, steigende Kosten, veränderte Gästeerwartungen und die Entwicklung ganzer Quartiere oder Destinationen betreffen meist mehrere Akteure gleichzeitig. Viele dieser Herausforderungen lassen sich auf betrieblicher Ebene allein kaum bewältigen. Deshalb gewinnen strategische Kooperationen und regionale Netzwerke an Bedeutung.
Fachkräftemangel und hohe Fluktuation
Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitenden bleibt eine der grössten Herausforderungen der Branche. Mitarbeitende wechseln häufiger den Arbeitgeber oder verlassen die Branche ganz. Die Folgen sind spürbar:
- steigende Rekrutierungskosten
- Wissensverlust durch Personalwechsel
- höhere Belastung für bestehende Teams
- eingeschränkte Öffnungszeiten oder Leistungsangebote
Veränderte Gästeerwartungen
Gäste erwarten heute mehr als eine Übernachtung oder einen Restaurantbesuch. Sie suchen Erlebnisse, Authentizität und regionale Verankerung. Gefragt sind beispielsweise:
- individuelle Angebote
- nachhaltige Konzepte
- lokale Erlebnisse und Begegnungen
Betriebe müssen deshalb ihr Angebot regelmässig überprüfen und an neue Bedürfnisse anpassen.
Unsicherheit durch externe Einflüsse
Die Attraktivität eines Standorts kann sich innerhalb weniger Jahre deutlich verändern. Neue Wohngebiete, veränderte Besucherströme oder zusätzliche Angebote können Chancen schaffen, aber auch den Wettbewerb verschärfen. Gleichzeitig beeinflussen Krisen, geopolitische Konflikte, wirtschaftliche und klimabedingte Unsicherheiten oder andere externe Ereignisse das Reiseverhalten und die Nachfrage. Für Betriebe stellen sich deshalb drei zentrale Fragen:
- Welche Zielgruppen bleiben langfristig relevant?
- Wie lässt sich die Abhängigkeit von externen Einflüssen reduzieren?
- Welche Angebote schaffen auch in unsicheren Zeiten einen nachhaltigen Mehrwert?
Suchen mehrere Unternehmen gleichzeitig Personal, konkurrieren Destinationen um dieselben Gäste oder stehen grössere Infrastrukturinvestitionen an, stossen Einzelinitiativen oft an Grenzen.
Regionale Netzwerke gezielt stärken
Regionale Netzwerke können Hotellerie, Gastronomie, Kulturinstitutionen, Freizeitanbieter, Gemeinden und Tourismusorganisationen enger miteinander verbinden. Daraus können neue Angebote entstehen, die für Gäste attraktiv sind und das Profil einer Destination schärfen. Gerade in Regionen im Wandel lassen sich so Entwicklungen früher erkennen und gemeinsame Projekte anstossen.
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Von der Analyse zur umsetzbaren Strategie: Beispiel einer bedeutenden Schweizer Tourismusgemeinde.
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Personalressourcen gemeinsam nutzen
Auch beim Thema Personal eröffnen sich neue Möglichkeiten. Statt bei Rekrutierung und Personalbindung ausschliesslich auf betriebliche Lösungen zu setzen, können regionale Ressourcenpools oder betriebsübergreifende Personaleinsatzmodelle sinnvoll sein.
Mitarbeitende könnten beispielsweise saisonal oder situationsabhängig in mehreren Betrieben eingesetzt werden. Solche Modelle erhöhen die Flexibilität, verbessern die Auslastung des Personals und können attraktivere Arbeitsbedingungen schaffen. Voraussetzung sind allerdings klare Absprachen zwischen den beteiligten Betrieben, etwa zu Einsatzplanung und Verantwortlichkeiten.
Dienstleistungen und Infrastrukturen bündeln
Potenzial bieten zudem gemeinsame Dienstleistungen und Infrastrukturen. Nicht jede Aufgabe muss von jedem Betrieb separat organisiert werden. Geteilte Lösungen in Bereichen wie Marketing, Einkauf, IT oder Administration können Kosten senken und gleichzeitig die Professionalität erhöhen. Internationale Beispiele zeigen, dass sogenannte Shared-Service-Modelle oder betriebsübergreifende Kooperationsplattformen insbesondere für kleinere und mittlere Betriebe interessante Perspektiven eröffnen.
Kooperationen können über die einzelnen Betriebe hinaus Wirkung entfalten. Wenn Unternehmen, Gemeinden und touristische Akteure ihre Vorhaben aufeinander abstimmen, lassen sich Ressourcen gezielter einsetzen und das Profil einer Region stärken. Die strategische Frage lautet deshalb: Wo lohnt sich Zusammenarbeit und wie profitieren die beteiligten Betriebe und die Region davon?
Von der Analyse zur umsetzbaren Strategie
Eine tragfähige Strategie verbindet die eigene Positionierung mit den Marktchancen und Entwicklungsmöglichkeiten einer Region. Die APP Unternehmensberatung AG begleitet Betriebe aus Hotellerie, Gastronomie und Tourismus dabei, ihre strategische Ausrichtung zu schärfen, neue Marktchancen zu identifizieren und tragfähige Kooperationsmodelle zu entwickeln.
APP Unternehmensberatung AG
Die APP Unternehmensberatung AG ist ein unabhängiges Schweizer Beratungsunternehmen mit über 100 Expert:innen. Seit bald 50 Jahren ist APP u. a. in den Bereichen Strategie und Unternehmensführung, Organisation und Prozesse sowie Projekt- und Change Management tätig. Das Unternehmen hat Standorte in Bern, Zürich, Luzern, Basel und St. Gallen und betreut Firmenkunden aus verschiedensten Branchen.
Dieser Gastbeitrag ist in Zusammenarbeit mit APP Unternehmensberatung AG entstanden.