Gaston Haas, Co-Redaktionsleiter der htr hotelrevue, ist auf dem Sprung in den Unruhestand. Anlass für ein paar letzte Fragen und Lebensweisheiten, persönlich und auf den Punkt.

Mein grösster beruflicher Erfolg:

In den 1990er-Jahren, als Radio noch richtig sexy war, wollte ich unbedingt zu DRS 3. Ich hatte keine Ahnung von Mikrofonen und Tonbändern, habe mich blind beworben – und wurde genommen.

Diese Begegnung ist mir unvergesslich:

Das Gespräch mit Albert Hofmann, dem Entdecker des LSD. Es war mein erstes Interview fürs Radio. Voller Vorfreude kam ich in seinem Haus an – und brachte das riesige Nagra-Tonband einfach nicht zum Laufen. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt.

Die wichtigste Person meiner Laufbahn:

Da gab es sicher drei, vier Vorgesetzte im Job. Aber weitaus am wichtigsten war meine Frau, die mich in all den Jahren unterstützt hat, mich herausforderte, motivierte, inspirierte und nach Rückschlägen wieder aufrichtete. Merci pour tout.

Das werde ich an der htr hotelrevue vermissen:

Ich hatte das grosse Glück, mit einem Team arbeiten zu dürfen, das mich immer unterstützt hat. Hier habe ich echte Solidarität und grosses Engagement erlebt. Das werde ich vermissen und nie vergessen.

Ich löse Probleme, indem ich:

Probleme? Heutzutage sind das ausschliesslich Herausforderungen, die wir freudig angehen ...

Diesen Charakterzug mag ich an anderen:

Ich mag kluge, ehrliche und mutige Menschen, die sich nicht immer ganz ernst nehmen. Aufgeblasenes bereitet mir fast körperliches Unwohlsein.

Diesen Charakterzug mag ich an mir:

Ich diskutiere gern, auch kontroverse Themen. Das hält den Kopf wach und lässt mich viel über mein Gegenüber lernen. Gleichzeitig bin ich nicht nachtragend. Diese Combo passt – für mich und meist auch für mein Gegenüber.

Als Nächstes lernen möchte ich:

Noch schwanke ich zwischen Spanisch und der Gitarre. Beide sind in meiner Jugend kurz aufgeblüht und dann verkümmert.

Wir sagen Toblerone! Sie sagen?

Jederzeit! Her damit! Gerne auch im Multipack!

Das möchte ich unbedingt noch loswerden:

Wir wagen gewisse Themen kaum noch anzusprechen. Dabei finden wir Diversität doch so wichtig. Wir halten Widerspruch nicht mehr aus, weil wir ihn viel zu oft als persönlichen Angriff wahrnehmen. So verlernen wir, mit Gegenpositionen umzugehen. Das ist fatal, denn die Welt ist kein Harmoniegarten. Seien wir doch etwas mutiger. Ist gut fürs Selbstwertgefühl und fürs Unternehmen. Denkt an euer Karma.

Zur Person
Gaston Haas wurde dieser Tage 65 Jahre jung und geht in Pension. Also fast, denn ganz aufhören wird der ehemalige Chefredaktor und Co-Redaktionsleiter nicht: Er bleibt der htr hotelrevue als Autor und Redaktor erhalten. Der promovierte Historiker lernt fürs Leben gern und versteht sich in erster Linie als Übersetzer komplexer Themen. Dazu gehört eine unstillbare Neugierde auf Menschen und das, was sie tun, denn: «Wer nicht fragt, bleibt dumm», wie schon die alte «Sesamstrasse» wusste. Da soll noch jemand behaupten, Fernsehen verblöde die Jugend.


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