Internationale Gäste buchen ihre Schweiz-Reisen früher und zu höheren Beträgen. Das geht aus einer Auswertung von Switzerland Travel Centre (STC) für das Reisejahr 2026 hervor. Untersucht wurden die vier Herkunftsmärkte USA, Grossbritannien, Deutschland und Australien.[RELATED]
Am stärksten fällt der Anstieg bei Gästen aus den USA aus. Der durchschnittliche Wert einer Buchung erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 24 Prozent von 4900 auf 6100 Franken. Gleichzeitig stieg die typische Aufenthaltsdauer von sechs auf sieben Nächte.
Auch in Grossbritannien legten die durchschnittlichen Buchungswerte um rund 12 Prozent auf 5330 Franken zu. In Australien beträgt das Plus rund 11 Prozent auf 4600 Franken, in Deutschland rund 7 Prozent.
Höhere Buchungswerte bedeuten nicht mehr Luxushotels
STC führt die Entwicklung teilweise auf die Preisentwicklung in der Schweiz zurück. Hinzu kommt die Nachfrage nach Zusatzleistungen und exklusiveren Angeboten. So buchen Gäste aus den USA häufig Gepäcktransporte. Reisen in der 1. Klasse sind insbesondere bei Gästen aus den USA und Australien beliebt. «Wir sehen in allen vier untersuchten Märkten höhere durchschnittliche Buchungswerte», sagt STC-CEO Markus Kohli.
Ein genereller Trend zu höherklassigen Hotels lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Bei der Wahl der Hotelkategorie bleiben laut STC das verfügbare Angebot und das Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidend.
Britische Gäste buchen zunehmend wie Fernreisende
Neben den Buchungswerten verändert sich auch der Zeitpunkt der Reiseplanung. In allen vier Märkten buchen die Gäste ihre Schweiz-Reisen früher als im Vorjahr. Der mediane Buchungsvorlauf stieg bei Gästen aus Deutschland um 13 Tage, aus Australien um zwölf Tage, aus den USA um zehn Tage und aus Grossbritannien um neun Tage.
Besonders früh planen australische Gäste. Zwischen Buchung und Reisebeginn liegen im Median rund 154 Tage.
Auffällig ist die Entwicklung in Grossbritannien. Seit rund zwei Jahren beobachtet STC, dass britische Gäste ihre Reisen zunehmend früher buchen. Ihr Verhalten nähert sich damit jenem klassischer Fernmärkte an. Britische Reiseveranstalter gehören bereits zu jenen mit den stärksten Vorausbuchungen für 2027.
Bei den bevorzugten Reisemonaten bleibt dagegen vieles unverändert. Mai, Juni und September gehören weiterhin zu den buchungsstärksten Monaten. Für April und Oktober sieht STC zwar Potenzial, doch eingeschränkte Betriebszeiten und Verfügbarkeiten in alpinen Destinationen begrenzen die Entwicklung.
Individuelle Reisen gewinnen an Bedeutung
Seit der Pandemie beobachtet STC einen Trend zu längeren Aufenthalten, bei denen die Schweiz als eigenständige Reisedestination im Mittelpunkt steht. Für 2026 zeichnet sich allerdings eine leichte Gegenbewegung ab. Gäste aus Übersee kombinieren ihre Schweiz-Reisen wieder häufiger mit Aufenthalten in Italien oder Frankreich.
Gleichzeitig unterscheiden sich die Bedürfnisse je nach Herkunftsmarkt: Gäste aus den USA fragen weiterhin stark nach individuell geführten Touren mit lokalen Guides. Im französischsprachigen Kanada wächst das Interesse an der Genferseeregion, während niederländische Gäste vermehrt Zugreisen durch die Schweiz buchen.
Aus Indien registriert STC teilweise Buchungen sehr hochwertiger Hotels. In Japan gewinnen Individualreisen und massgeschneiderte Angebote an Bedeutung.
Die Auswertung basiert auf dem aktuellen Buchungsbestand von STC für Reisen im Jahr 2026. Da noch nicht sämtliche Buchungen abgeschlossen sind, handelt es sich um eine Zwischenbilanz. Die Ergebnisse bilden ausschliesslich das Buchungsgeschehen von STC ab. (mm)