Die Jungfraubahn-Gruppe hat im Jahr 2025 erneut mehr als eine Million Gäste auf das Jungfraujoch befördert. Insgesamt nutzten 1,06 Millionen Personen die Bahnverbindung auf den Ausflugsberg. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem minimalen Rückgang von 0,2 Prozent. Dennoch handelt es sich um den dritthöchsten Wert in der Geschichte des Unternehmens. Höhere Frequenzen wurden einzig 2018 sowie 2024 erreicht.

Internationale Märkte mit klaren Erholungstendenzen
Nach Angaben des Unternehmens haben Gruppenreisen wieder das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreicht. Insbesondere die Nachfrage aus China habe sich erholt. Gleichzeitig nahm die Zahl der Gäste aus den USA und aus Brasilien weiter zu. Stabil blieb die Nachfrage aus Indien und aus Südostasien.

Rekorde bei Erlebnisbergen und in der Jungfrau-Region
Bei den sogenannten Erlebnisbergen verzeichnete die Gruppe einen neuen Höchststand. Die Gästezahlen stiegen gegenüber dem bisherigen Rekordjahr um 3,9 Prozent auf 1,64 Millionen. In der Jungfrau Ski Region wurden zudem 1,21 Millionen Ersteintritte gezählt, was einem Plus von 5,2 Prozent entspricht.

Insgesamt besuchten 2025 rund 3,91 Millionen Personen die Jungfrau-Region. Das sind 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut Unternehmensangaben war keine andere Bergdestination der Schweiz stärker frequentiert.

Guter Start in die Wintersaison 2025/26
Auch der Start in die Wintersaison 2025/26 fiel rekordverdächtig aus. Bis Ende 2025 legten die sogenannten Skier Visits um 12 Prozent auf rund 244'000 zu. Der Saisonauftakt erfolgte am 29. November mit durchgehendem Betrieb. Beim Vorverkauf des AlpsPasses wurden rund 34 000 Skipässe zum Vorzugspreis abgesetzt. Die Jungfrau Ski Region ist ein Kooperationsprodukt, an dem die Jungfraubahn-Gruppe mit über 60 Prozent am Umsatz beteiligt ist.

Finanzziele bie der EBITEA-Marge 
Vor dem Investorentag präsentierte das Management zudem neue Mittelfristziele bis 2030. So soll die EBITDA-Marge auf mindestens 45 Prozent steigen, nach bisher 43 Prozent. Geplant ist zudem eine Dividendenausschüttung mit einer Payout-Ratio von 50 bis 67 Prozent. Bisher lag diese bei 40 bis 60 Prozent.

Die starke Bilanz und der hohe Cashflow verschaffen dem Unternehmen nach eigenen Angaben finanziellen Spielraum für Investitionen. Zu den zentralen Projekten zählen die Erneuerung der Firstbahn sowie Ausbauvorhaben auf dem Jungfraujoch und am Eigergletscher. Die Umsatz- und Gewinnzahlen für das Geschäftsjahr 2025 will die Gruppe am 31. März 2026 publizieren. (keystone-sda)


Oliver Hammel: «Ein zentrales Projekt ist die Erneuerung der Firstbahn»

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Die Jungfraubahn-Gruppe hat erstmals unter der Führung des neuen CEO Oliver Hammel Gästezahlen präsentiert. Gegenüber der Nachrichtenagentur AWP nimmt er Stellung zum Ansturm aufs Jungfraujoch und zu möglichen Folgen der Brandkatastrophe in Crans-Montana für den Schweizer Tourismus.

Im vergangenen Jahr kamen erneut etwas über eine Million Gäste auf das Jungfraujoch. Ist die natürliche Grenze erreicht - oder sehen Sie weiteres Potenzial?

Es gibt noch Potenzial in der Nebensaison von November bis März und mit Blick auf die Tageszeiten: am frühen Morgen und am späteren Nachmittag. Unser Ziel ist es, über die gesamte Saison einen möglichst durchgängig ausgelasteten Betrieb zu haben. Ein Erfolgsbeispiel war zuletzt der US-Markt, bei dem wir trotz globaler Unsicherheiten deutlich zugelegt haben.

Befürchten Sie nach den tragischen Ereignissen in Crans-Montana einen Imageschaden für den Schweizer Tourismus, von dem auch die Jungfrau Region betroffen wäre?

Das ist sehr schwierig abzuschätzen. Wir haben die Ereignisse mit grosser Betroffenheit verfolgt und beobachten die Situation genau. Ob daraus ein nachhaltiger Imageschaden entsteht, wird sich zeigen.

Sie sind letzten Sommer aus Thailand ins Berner Oberland gewechselt - ein Kulturschock?

Ich habe drei Jahre in Bangkok gelebt und dort den südostasiatischen Markt für DKSH betreut. Davor war ich zwölf Jahre in China. Ich bin und bleibe aber Schweizer. Es war für mich kein Kulturschock, sondern ein Heimkommen in eine wunderschöne und lebenswerte Region.

Wie spürt die Jungfraubahn-Gruppe den Klimawandel?

Der Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen auf unseren täglichen Betrieb. Wir überfliegen etwa den Aletschgletscher, der das Jungfraujoch bedeckt, regelmässig mit Drohnen und kartografieren ihn, um zu beobachten, wie sich Eis und die Oberflächenhöhe verändern. Mit steigenden Temperaturen gerät der Berg stärker in Bewegung, wie der Bergsturz in Blatten auf tragische Weise gezeigt hat. Mit Snowfarming versuchen wir, die
Eis- und Schneeschicht auf dem Jungfraujoch zu erhalten.

Ihr Vorgänger Urs Kessler hat das Unternehmen über viele Jahre geprägt. Wie gross ist der Spielraum, um eigene Akzente zu setzen?

Es gibt Spielraum. Ein zentrales Projekt ist die Erneuerung der Firstbahn. Das Mitwirkungsverfahren ist bald abgeschlossen. Da ist die Gemeinde im Lead - es gingen rund 90 Rückmeldungen ein. Daneben gibt es kurzfristigere Projekte wie die Erneuerung der Luftseilbahn auf der Achse Lauterbrunnen-Grütschalp, die das Gästeerlebnis weiter verbessern soll.