Der Tourismussektor hat sich aktiv in die Abstimmungsdebatte eingebracht. Im Zentrum der touristischen Argumentation stand die Bedeutung der europäischen Fachkräfte für einen erfolgreichen Schweizer Tourismus.
«Der Entscheid bestätigt die Bedeutung der Personenfreizügigkeit für die touristischen Betriebe», sagt Philipp Niederberger, Direktor des Schweizer Tourismus-Verbands. «Ohne gut qualifizierte Mitarbeitende aus dem europäischen Raum könnten viele Unternehmen ihre Leistungen weder im heutigen Umfang noch in der heutigen Qualität erbringen.»
Unsere Betriebe brauchen verlässliche Beziehungen zur EU, weil sie auf gut qualifizierte Mitarbeitende aus dem europäischen Raum angewiesen sind.
Martin von Moos, Präsident HotellerieSuisse
Bestehende Probleme konstruktiv angehen
Der Abstimmungskampf hat auch gezeigt, dass viele Menschen in der Schweiz mit realen Sorgen konfrontiert sind, etwa bei der Wohnungssuche, bei steigenden Lebenshaltungskosten oder beim Druck auf die Infrastruktur.
«Das Nein zur Chaos-Initiative bereitet nun den Boden, die genannten Herausforderungen rasch, konkret und konstruktiv anzugehen, ohne die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und des Tourismus aufs Spiel zu setzen» hält Beat Imhof, Präsident von GastroSuisse, fest.
Beziehungen zur EU pragmatisch weiterentwickeln
Für den Tourismussektor ist klar: Das Abstimmungsergebnis schafft Orientierung, entbindet die Politik aber nicht davon, die bestehenden Aufgaben anzugehen. Martin von Moos, Präsident von HotellerieSuisse, betont: «Für die Hotellerie geht es nun darum, die richtigen Lehren aus dieser Debatte zu ziehen. Unsere Betriebe brauchen verlässliche Beziehungen zur EU, weil sie auf gut qualifizierte Mitarbeitende aus dem europäischen Raum angewiesen sind. Gleichzeitig braucht es konkrete Antworten auf die Belastungen, die mit dem Bevölkerungswachstum verbunden sind.» Der Tourismus braucht Stabilität, Augenmass und praxistaugliche Lösungen, damit er sich im Einklang mit der Bevölkerung und der Umwelt weiterentwickeln kann. (mm)