Die Tourismusregion Zürich verzeichnet erneut ein Plus bei den Logiernächten. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Übernachtungen um 3,5 Prozent. Besonders Gäste aus der Schweiz und aus Nordamerika trugen zum Wachstum bei.[RELATED]
Auch schweizweit wurde 2025 mit 43,9 Millionen Logiernächten ein Höchstwert erreicht.
Schweiz bleibt wichtigster Markt
Knapp 39 Prozent der Gäste reisten aus der Schweiz an. Das sind 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr, wie Zürich Tourismus mitteilt. Damit bleibt der Heimmarkt der wichtigste Pfeiler der Nachfrage.
Aus den USA und Kanada kam mit 13,5 Prozent die zweitgrösste Gästegruppe. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 4,5 Prozent. Gleichzeitig äussert sich Thomas Wüthrich, Direktor von Zürich Tourismus, zurückhaltend. Gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» sagte er, es gebe Anzeichen, dass sich US-Amerikanerinnen und -Amerikaner in Europa wegen befürchteter Anfeindungen im Zusammenhang mit der Trump-Regierung «nicht mehr wohl fühlten».
Europa legt zu, Asien rückläufig
Zuwächse verzeichnete die Region auch in den europäischen Kernmärkten. Deutschland legte um 3,6 Prozent zu, Grossbritannien um 8,6 Prozent, Italien um 6,4 Prozent. Im Jahr 2024 waren die Zahlen aus diesen Ländern noch rückläufig gewesen.
Rückläufig waren 2025 die Zahlen aus Indien und den Golfstaaten. Am deutlichsten fiel der Rückgang in Südostasien mit 8,8 Prozent aus.
Business-Gäste bleiben zentral
Obwohl vor allem der Freizeittourismus zulegte, bleibt das Geschäft mit Geschäftsreisenden bedeutend. Ihr Anteil liegt laut Zürich Tourismus bei rund 30 Prozent, nachdem sie früher die Mehrheit stellten. Wüthrich betont: «Der Business-Gast erzielt eine höhere Wertschöpfung.» Bereits im Vorjahr hatte er darauf hingewiesen, dass Kongressgäste doppelt so viel ausgeben wie Individualtouristen.
Mit Blick auf Politik und Behörden fordert er eine wettbewerbsfähige Infrastruktur sowie eine klare internationale Positionierung. Die Entwicklung im Kongress- und Geschäftsreisesegment bezeichnet Zürich Tourismus als stabil.
Anspruch: Qualität vor Menge
Zum Wachstum im Freizeittourismus trugen unter anderem Veranstaltungen wie die Frauenfussball-Europameisterschaft im Sommer bei. Auch die Nähe zu Freizeitdestinationen in den Bergen spiele eine Rolle.
Zürich Tourismus spricht von einer «lebenswerten Premium-Destination». Im Vordergrund stehe nicht reines Mengenwachstum, sondern eine ausgewogene und langfristig tragfähige Entwicklung. Ziel sei es, die Aufenthaltsdauer zu erhöhen, saisonale Schwankungen zu glätten und die Wertschöpfung pro Gast zu steigern. Gleichzeitig solle die Balance zwischen touristischer Entwicklung und Lebensqualität gewahrt bleiben.
Zur Tourismusregion Zürich zählen neben dem Kanton Zürich auch der Kanton Zug, Baden sowie Rapperswil. (keystone-sda)