Vom 20. Juni bis 2. Mai 2027 widmet sich das Forum Schweizer Geschichte Schwyz der Entwicklung des Schweizer Tourismus. Die Ausstellung «Tourismus. Reiseziel Schweiz» zeichnet den Weg vom Zwischenhalt englischer Bildungsreisender bis zum weltbekannten Ferienland nach. Gleichzeitig beleuchtet sie Themen wie Overtourism, Klimawandel und Digitalisierung und fragt, wie sich das Reisen künftig verändern wird. [RELATED]
Reisen gestern und heute
Die Geschichte beginnt mit den Grand Tours des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Damals machten englische Aristokraten auf ihrem Weg nach Italien Halt in der Schweiz. Mit der Romantik entdeckten Künstler und Schriftsteller die Alpen als Sehnsuchtsort. Später führten die Erstbesteigungen der Viertausender, spektakuläre Bergbahnen und luxuriöse Grandhotels zum Aufschwung des Tourismus. Bereits damals wurden aber auch die Auswirkungen auf Landschaft und Natur kritisch diskutiert.
Heute prägen soziale Medien touristische Bildwelten und beeinflussen die Wahl des Reiseziels. Die Ausstellung greift aktuelle Herausforderungen wie den ökologischen Fussabdruck des Reisens, schmelzende Gletscher und selten genutzte Ferienwohnungen auf und lädt dazu ein, über die Zukunft des Tourismus nachzudenken.
Interaktiv unterwegs
Der Rundgang beginnt an einer Hotelréception. Beim «Check-in» erhalten die Besuchenden ein Ferienbudget in Form von Jetons, das sie an interaktiven Stationen einsetzen können. Ein digitales Alpenpanorama des Künstlerduos Studer/van den Berg hinterfragt den Blick auf die vermeintlich unberührte Natur und macht deutlich, wie stark touristische Bilder unsere Wahrnehmung prägen.
Bereits vor der Eröffnung sammelt das Museum Ferien-Selfies aus der Bevölkerung. Ausgewählte Bilder werden Teil der Ausstellung und als digitales Kulturgut in die Fotosammlung des Schweizerischen Nationalmuseums aufgenommen. Ergänzt wird das Angebot durch Workshops, Dialogführungen, Spaziergänge und eine Rätselspur für Kinder mit Bernhardiner «Beni». (mm)