Luca Seematter und Julian Ferrante sind zwei junge, enthusiastische Branchenvertreter. Mit ihrem NextGen-Award wollen sie jene würdigen, die mit innovativen Ideen aufwarten oder sich für die nächste Generation einsetzen. Diese sechs Personen sind für den Award nomininert: 

«...möchte, dass junge Menschen die Hotellerie als eine spannende und erfüllende Karrieremöglichkeit sehen.»

Was macht Arlette Scheidegger?
Arlette Scheidegger (38) vom Hotel Continental Park in Luzern ist leidenschaftliche Berufsbildnerin und engagiert sich nach eigenen Angaben «zu 200 Prozent». Ihre Verantwortung ende nicht mit dem Abschluss der Ausbildung. «Ich halte engen Kontakt zu meinen Ex-Lernenden, um zu beobachten, wie sie ihre Ziele in der Hotellerie erreichen.» Ausserdem unterstützt sie als Mitglied bei der Amicale Internationale des Sous Directeurs et Chefs de Réception des Grand Hôtels (AICR) und bei «Frauen im Tourismus» die Vernetzung und den Austausch von Fachleuten, um gemeinsam vorwärtszukommen. Als Jurymitglied bei Wettbewerben wie den Swiss Skills oder der Bucherer Trophy trägt sie dazu bei, junge Talente zu erkennen.   [IMG 2]

Das ist ihre Vision:
Arlette Scheidegger will die Hotellerie wieder zu einem attraktiveren Berufsfeld machen. «Ich möchte, dass junge Menschen die Hotellerie als eine spannende und erfüllende Karrieremöglichkeit sehen, die ihnen unzählige Chancen für persönliche und berufliche Entwicklung bietet. «Mitarbeitende sollen wieder vermehrt stolz auf ihren Beruf sein.» Sie möchte mehr junge Menschen ermutigen, eine Karriere in der Hotellerie anzustreben.

Darum hat Arlette Scheidegger den Award verdient:
«Arlette Scheidegger setzt sich für Lernende ein, also für die nächste Generation. Sie will ihr ganzes Wissen weitergeben, was ich grossartig finde!», sagt Vera Schäfer von den Minerva-Schulen in Aarau. «Ich habe selten jemanden gesehen, der in seiner Arbeit in der Hotellerie so sehr aufgeht wie sie. Sie ist ein absolutes Vorbild. Sie tut unglaublich viel für ihre eigenen Lernenden – extra Coaching, Vorbereitung QV, Spezialprogramme – und setzt sich darüber hinaus auch für den Berufsnachwuchs ein. Auch in schwierigen Zeiten behält Arlette den Überblick und hat stets neue Ideen.»


«Gerade in der heutigen Zeit mit Fachkräftemangel ist es essenziell, dass wir junge Menschen motivieren.»

Was machen Tiziana Haydl und Yvonne Fanconi?
Tiziana Haydl (31) und Yvonne Fanconi (46) leiten seit Juni das Hotel Dom in St. Gallen. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Förderraum schaffen sie Platz für Menschen, für die «die jetzige Welt zu schnell dreht». Sie bieten rund 55 Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit einem erhöhten Unterstützungsbedarf an. Diese werden in ihrem Alltag von einem Fach­personenteam aus der Hotellerie und der Agogik begleitet. «Junge Menschen werden durch ihre Ausbildung begleitet, gestützt und gestärkt, damit sie anschliessend ihren eigenen Weg im ersten Arbeitsmarkt in der Hotellerie meistern und zu kompetenten Fachpersonen werden. Durch unsere Arbeit erleben sie Wertschätzung, erhalten das nötige Wissen und werden in ihrer Persönlichkeit gefestigt. Wir sind innovativ, sozial, nachhaltig, modern», heisst es in einem Beschrieb ihrer Nomination.   [IMG 3]

Das ist ihre Vision:
Haydls und Fanconis Vision ist ein selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen. Auch heute sei eine weibliche Co-Leitung noch längst keine Selbstverständlichkeit. «Heute leiden immer mehr Menschen an psychischen Erkrankungen. Dieses Modell ist fortschrittlich und ermöglicht eine gesunde Work-Life-Balance.»

Darum haben die beiden den Award verdient:
«Es ist eine herausfordernde Zeit, für alle. Mit dem speziellen Hotelkonzept begeistern wir Personen mit körperlichen, kognitiven und vor allem psychischen Beeinträchtigungen für unsere Branche und reintegrieren sie in die Gesellschaft», sagt Fabienne Fischer, Leiterin Réception und Seminare im Hotel Dom. «Trotzdem arbeiten wir wirtschaftsnah.» Der Spagat zwischen der sozialen Verpflichtung und dem «Up to date»-Bleiben werde täglich aufs Neue gemeistert.


«Let positive emotions arise.»

Was macht Jonas Schäfer?
Jonas Schäfer (25) studiert an der Schweizerischen Hotelfachschule Luzern (SHL) und wird diese Ausbildung in zwei Jahren abschliessen. Im September hat er zudem das Bachelor-Studium an der Hochschule Luzern (HSLU) begonnen. Er gründete das Start-up «Hofi»: Switzerland Hospitality Financing. Dieses will Vernetzungen zwischen Geldgebern und Geldsuchenden im Hospitality-Bereich ermöglichen. Schon früh bekam Jonas Schäfer zu hören: «Du kannst nicht die ganze Branche verändern!» Dennoch habe er es sich zum Ziel gesetzt, zu einer Branche beizutragen, die sich als Ganzes betrachte und in der die einzelnen Teilnehmenden nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiteten. Seit seinem fünften Lebensjahr verfolge er den Traum einer eigenen Hotelkette.   [IMG 4]

Das ist seine Vision:
Um die Anstellungsbedingungen in der Hospitality-Branche an die Bedürfnisse der nächsten Generationen anpassen zu können, müssten die Grundstrukturen überarbeitet werden, sagt Schäfer. Solche Veränderungen bedingten jedoch meist auch ein gewisses finanzielles Investment. Mit seinem Start-up wolle er solche Veränderungen mit den nötigen finanziellen Ressourcen versorgen. Aufgrund seiner Vision «Let positive emotions arise» und eines eigens entwickelten Tools und Programms («The Mountain of Business Success», «Sinnvolle Zusammenarbeit») habe er persönlich ein enorm grosses Interesse und viel intrinsische Motivation, die Branche zu mehr Sinnorientierung zu bewegen.

Darum hat er den Award verdient:
«Jonas Schäfer lässt sich von vielen Themen faszinieren und begeistern. Er wollte schon immer einmal in der Hotellerie/Gastronomie arbeiten.» Diesem Weg sei er stets treu geblieben, sagt Laura Roth, Studentin der Schweizerischen Hotelfachschule Luzern (SHL).


«Auch ein Dorfbeck kann eine Weltmeisterin verzeichnen.»

Was macht Kevin Sollberger?
Kevin Sollberger (41) ist Inhaber und Geschäftsführer der Piraten-Bäckerei Sollberger in Gontenschwil AG. Sollberger bindet die nächste Generation aktiv ins Unternehmen ein und überträgt ihr viel Verantwortung. «Wir wollen etwas mehr mit auf den Weg geben als die normale Ausbildung», sagt er. Zum Beispiel dürfen die Lernenden zwei Wochen lang die Geschäftsleitung übernehmen und können sich so weiterentwickeln.   [IMG 5]

Das ist seine Vision:
Die positiven Erfahrungen während der Ausbildung würden den Lernenden ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Als Geschäftsleitende kämen sie aus der Komfortzone raus, «und daran wachsen sie enorm», so Sollberger. «Sie bekommen einen Einblick als Unternehmer. Daraus werden neue Führungskräfte und im besten Fall neue Unternehmer hervorgehen.» Sollberger sagt: «Genau das brauchen wir. Mehr Mut, um Entscheidungsträger zu werden. So zeigen wir ihnen, dass es sich lohnt, nicht immer den 08/15-Weg zu gehen. Langweiler gibt es genug.»

Darum hat er den Award verdient:
«Kevin Sollberger engagiert sich intensiv für die Förderung des Nachwuchses in der Branche. Er integriert sein Team in sämtliche Aspekte seiner unternehmerischen Tätigkeit, sei es in Bezug auf Produktionsprozesse oder die Entwicklung neuer Produkte», sagt Stefan Kogler vom Berufsverband Bäckerei & Confiserie Schweiz. «Mit grosser Leidenschaft teilt er sein berufliches Know-how über die sozialen Medien, wodurch er einen positiven Beitrag zur Entwicklung der Branche leistet. Sollberger ist ein Macher und lässt Taten sprechen, anstatt nur Worte zu verlieren. Er schenkt jungen Berufsleuten Vertrauen, gibt sein Fachwissen weiter und ermutigt sie, selbstständig zu handeln. Kevin versteht die Bedürfnisse der nächsten Generation.»


«Wir verstehen die Bedürfnisse sowie Wünsche der nächsten Generation und kommunizieren auf Augen­höhe.»

Was macht Nico Schefer?
Nico Schefer (33) ist Mitgründer von Prognolite: Das Tool hilft, Food-Waste zu minimieren. Künstliche Intelligenz prognostiziert auf Basis der Verkaufszahlen aus dem Kassensystem die Nachfrage der Gäste. Dies soll Über- wie auch Unterproduktion verhindern. Prognolite nutzen 400 Gastronomen, unter anderem gehören Europa-Park, Bürgenstock, Bindella, Familie Wiesner Gastronomie, Two Spice und einige mehr zu den Kunden. Schefer hat den gemeinnützigen Verein Gastroszene gegründet, der in Schulklassen für Branchenberufe wirbt, Betriebe besucht und beim Finden eines Ausbildungsplatzes hilft. Ausserdem engagiert sich Schefer für die HFZ-Alumni, das Netzwerk für ehemalige und aktuelle Studierende der Hotelfachschule Zürich (HFZ). Dieses ist laut Schefer in den letzten vier Jahren von 350 auf 700 aktive Mitglieder angewachsen.   [IMG 6]

Das ist seine Vision:
Mit dem Ziel, eine Gemeinschaft zu schaffen, welche sich gegenseitig unterstützt und voneinander profitiert, setzt sich Nico Schefer in verschiedenen karriereentscheidenden Momenten für die Förderung des Berufszweigs ein. Eines der Erfolgs­rezepte sei das Vernetzen von Branchenkenntnissen mit dem sozialen Aspekt.

Darum hat er den Award verdient:
«Nico Schefer macht sich sehr für die Gastronomie und die Hotellerie stark und leistet sehr viel ehrenamtlichen Einsatz, sagt Nicole Hahner, Product Development & Team Lead bei Planted. «Mit Gastroszene macht er der nächsten Generation direkt in der Oberstufe die schönen Seiten der Gastronomieberufe schmackhaft. Schefer und sein Team verstehen die Bedürfnisse und Wünsche der nächsten Generation und kommunizieren auf Augenhöhe. Schefer macht sich für eine Branchengemeinschaft stark, in der jeder von jedem profitieren kann und längerfristig ein Mehrwert für alle entsteht.»