Die Entwicklung im Hotelmarkt wirkt auf den ersten Blick positiv. Die Nachfrage steigt, die Auslastung verbessert sich und auch die Umsätze entwickeln sich vielerorts nach oben. Doch für viele Betriebe bedeutet das noch keine wirtschaftliche Entspannung. Denn gleichzeitig bleiben die Möglichkeiten bei den Zimmerpreisen begrenzt, während Personal-, Energie- und weitere Betriebskosten auf hohem Niveau liegen.
Höhere Auslastung, tiefere Zimmerpreise
BWH Hotels Central Europe ist in zehn Ländern vertreten: Deutschland, Kroatien, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, der Slowakei, Slowenien, der Schweiz, Tschechien und Ungarn. Die Geschäftszahlen der Hotelgruppe zeigen, wie eng Nachfrageentwicklung und wirtschaftlicher Spielraum derzeit zusammenhängen. Im ersten Halbjahr 2026 erzielten die angeschlossenen Hotels einen Nettogesamtumsatz von rund 434,2 Millionen Euro – 0,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die durchschnittliche Auslastung stieg von 55,4 auf 57,3 Prozent. Das entspricht einem Plus von 1,9 Prozentpunkten beziehungsweise einer relativen Steigerung von 3,4 Prozent. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Netto-Zimmerrate (ADR) um 2,2 Prozent von 113,00 Euro auf 110,46 Euro. Die Zahlen zeigen damit eine leicht positive Umsatz- und Nachfrageentwicklung, während der Spielraum bei den Preisen begrenzt bleibt.
Preissensible Gäste begrenzen den Spielraum
Für Marcus Smola, Geschäftsführer von BWH Hotels Central Europe und Vorstandsvorsitzender der DEHAG Hospitality Group, spiegeln diese Zahlen eine Entwicklung wider, die derzeit viele privat geführte Hotels beschäftigt: Nachfrage ist vorhanden, doch zusätzliche Erlöse lassen sich nicht ohne Weiteres über höhere Preise erzielen. Gäste reagieren sowohl im Geschäftsreise- als auch im Freizeitsegment sensibel auf Preissteigerungen.
Gleichzeitig zehren steigende Kosten einen Teil dessen auf, was auf der Umsatzseite hinzugewonnen wird. Die zentrale Frage lautet deshalb zunehmend nicht nur, wie Hotels mehr Nachfrage generieren, sondern wie sie diese möglichst wirtschaftlich steuern.
Der Beruf des Hoteliers wird komplexer
Hinzu kommt eine Entwicklung, die sich nicht unmittelbar in Kennzahlen ausdrücken lässt. Die Aufgaben eines Hoteliers haben sich in den vergangenen 20 Jahren erheblich erweitert. Revenue Management, Onlinevertrieb und OTAs gehören ebenso dazu wie Digitalisierung, Social Media, KI, ESG-Anforderungen oder der Umgang mit dem Fachkräftemangel.
Der Kern des Berufs ist dagegen erstaunlich konstant geblieben: Gäste erwarten ein sauberes Zimmer, ein gutes Frühstück, Verlässlichkeit und persönliche Gastfreundschaft. Die Herausforderung besteht darin, diesen Anspruch zu erfüllen und gleichzeitig eine immer komplexere unternehmerische Infrastruktur zu beherrschen.
Kein einzelner Hotelier kann heute auf allen Feldern Spezialist sein. Kluges Management bedeutet auch, zu wissen, was man selbst hervorragend kann – und sich für komplexe Themen gezielt Know-how zu holen.
Marcus Smola, Geschäftsführer BWH Hotels Central Europe
Smola sieht deshalb gerade für privat geführte Hotels einen wachsenden Stellenwert von Kooperation und Arbeitsteilung. Nicht jeder Unternehmer muss auf jedem Spezialgebiet selbst Experte sein. Entscheidend ist vielmehr, die eigenen Stärken zu kennen und dort auf externes Know-how und gemeinsame Strukturen zurückzugreifen, wo Spezialisierung erforderlich ist.
Gemeinsamer Vertrieb gewinnt an Bedeutung
Welche Bedeutung der gemeinsame Vertrieb für die angeschlossenen Hotels hat, zeigt eine Kennzahl von BWH Hotels Central Europe: 60,8 Prozent des Logisumsatzes der BWH Hotels in Central Europe werden inzwischen über die Vertriebs- und Buchungskanäle der Gruppe abgewickelt.
Neue Generation, neue Perspektiven
Trotz der wirtschaftlichen Belastungen sieht Smola auch Entwicklungen, die Anlass zu Zuversicht geben. Aus seiner Sicht hat die Privathotellerie in den vergangenen schwierigen Jahren ihre Widerstandsfähigkeit bewiesen. Hinzu kommt, dass in zahlreichen privat geführten Häusern derzeit ein Generationenwechsel stattfindet. Mit den Nachfolgerinnen und Nachfolgern kommen neue Ideen, andere Herangehensweisen und eine grosse Offenheit für Technologie und neue Geschäftsmodelle.
Eine schnelle grundlegende Entspannung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist nicht absehbar. Umso wichtiger wird es, vorhandene Kräfte auf das zu konzentrieren, was ein individuelles Hotel auszeichnet, und komplexe Aufgaben dort gemeinsam zu lösen, wo sie für den einzelnen Betrieb kaum noch sinnvoll allein zu bewältigen sind.
Markenfamilie mit Präsenz in rund 100 Ländern
BWH Hotels zählt mit rund 4300 Hotels in über 100 Ländern zu den weltweit führenden international tätigen Hotelgruppen. Unter dem Dach vereint die Gruppe die Markenfamilien Best Western, WorldHotels und SureStay. BWH Hotels Central Europe mit Sitz in Eschborn betreut rund 200 individuell geführte Hotels in zehn Ländern. Die Servicezentrale unterstützt ihre Partner unter anderem in den Bereichen Marketing, Vertrieb, Distribution und Technologie.
Mehr Informationen: bwhhotels.de
Dieser Fachartikel ist in Zusammenarbeit mit BWH Hotels Central Europe entstanden.
Marcus Smola, CEO BWH Hotels Central Europe