Booking.com gerät in Europa weiter unter Druck. Während bereits über 10'000 Hotels, darunter mehrere hundert aus der Schweiz, wegen umstrittener Bestpreisklauseln Schadenersatz fordern, sieht sich die Buchungsplattform nun mit einem weiteren Verfahren konfrontiert. Die EU-Kommission untersucht, ob Booking.com ausreichend gegen betrügerische Hotelangebote und Phishing vorgeht. [RELATED]

Hotelstars Union begrüsst das Verfahren und fordert Booking.com auf, ihre offiziellen Klassifikationsdaten zu nutzen. Damit liessen sich nicht nur die Sterneangaben überprüfen, sondern auch Name, Adresse und Existenz eines Hotels. Alle offiziell klassierten Betriebe wurden von den HSU-Mitgliederverbänden zuvor vor Ort kontrolliert.

Andere Plattformen nutzen die Daten bereits

Laut HSU gleicht Tripadvisor die Sterneklassifikationen seit 2022 täglich mit den offiziellen Daten ab. Auch Expedia verweist in den Mitgliedsländern auf die Hotelstars Union als Quelle. Booking.com hingegen stütze sich weiterhin auf ungeprüfte Angaben der Anbieter.

Bereits im November 2025 hatte die niederländische Werbekommission die Sterneangaben auf Booking.com als irreführend beurteilt. Eine Berufungsinstanz bestätigte den Entscheid im April 2026.

«Wer mit Hotelsternen wirbt, muss für deren Richtigkeit einstehen», sagt HSU-Präsident Markus Luthe.

Die Hotelstars Union bietet Booking.com den kostenlosen Zugang zu ihren Klassifikationsdaten in sämtlichen 22 Mitgliedsländern an, darunter die Schweiz. Die Organisation fordert die EU-Kommission auf, den Abgleich mit offiziellen Hotelsternen bei möglichen Massnahmen gegen die Plattform zu berücksichtigen. (mm/bb)