Die Rahmenbedingungen in der Hotellerie haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Steigende Kosten, Fachkräftemangel und eine wachsende operative Komplexität stellen viele Betriebe vor signifikante Vermarktungs-herausforderungen, die sich längst nicht mehr «nebenbei» lösen lassen. Vertrieb, Digitalisierung und operative Prozesse greifen immer stärker ineinander – und müssen gleichzeitig funktionieren.

Vor diesem Hintergrund verändert sich auch die Rolle von Franchiseanbietern grundlegend.

Am Beispiel der BWH Hotels Central Europe – eine Company der DEHAG Hospitality Group – zeigt sich, dass es heute nicht mehr ausreicht, ausschliesslich als Marke oder Plattform zu agieren. Gefragt sind Modelle, die Hotels im operativen Alltag spürbar entlasten.

«Die Anforderungen an die Betriebe sind deutlich gestiegen. Viele Themen lassen sich nicht mehr isoliert betrachten. Unsere Aufgabe ist es, unsere Partnerhotels nicht nur in der Distribution strategisch zu begleiten, sondern sie im Tagesgeschäft konkret zu unterstützen», sagt Marcus Smola, CEO BWH Hotels Central Europe.  [IMG 6]

BWH positioniert sich dabei bewusst als Hotelgruppe – zwischen klassischer Kooperation und Kette. Ziel ist es, unternehmerische Freiheit zu erhalten und gleichzeitig Unterstützung dort zu bieten, wo sie im Alltag gebraucht wird. Als Zusammenschluss individueller Hotelunternehmer oder -gruppen tritt die Organisation am Markt aus Kundensicht als globale Hotelgruppe auf.

Denn genau hier liegt eine zentrale Herausforderung der Branche: Die Vielzahl an Systemen, Anforderungen und Schnittstellen führt in vielen Betrieben zu einer Komplexität, die intern kaum noch vollständig abgebildet werden kann.

«Viele Hotels stehen heute vor der Herausforderung, unterschiedlichste Themen parallel zu managen. Deshalb braucht es Lösungen, die ineinandergreifen und im Betrieb tatsächlich funktionieren.»

Ein Beispiel dafür ist das neu entwickelte PRO Konzept (Property Relationship Optimization), mit dem BWH die Zusammenarbeit mit seinen Partnerhotels neu ausrichtet. Dafür wurde ein eigenes PRO Team aufgebaut, das aktuell aus fünf Mitarbeitenden besteht und gezielt in die Hotelbetriebe geht.

Im Zentrum steht der persönliche Austausch vor Ort: Die Teams arbeiten direkt mit den Hotels, analysieren Kennzahlen, identifizieren Handlungsfelder und entwickeln gemeinsam konkrete Massnahmen. So entsteht eine Form der Zusammenarbeit, die deutlich näher am operativen Alltag ist und individuell auf die jeweiligen Herausforderungen der Häuser eingeht.

«Durch diese enge Begleitung können nicht nur Prozesse effizienter gestaltet, sondern auch Wissenslücken geschlossen werden, die in vielen Betrieben – nicht zuletzt durch den Fachkräftemangel – entstanden sind», erklärt Smola. «Und so ist garantiert, dass bei stetig komplexer werdenden Vertrieb und Marketing keine Fehler gemacht werden, die Umsatzeinbussen zur Folge hätten.»

Darüber hinaus profitieren die Hotels von der Einbindung in die DEHAG Hospitality Group, unter deren Dach auch die BWH Hotels Central Europe angesiedelt sind.

Dort sind spezialisierte Unternehmen gebündelt, darunter progros (Supply Chain Solutions), unitels (Management, Consulting, Buchhaltung) sowie allinvos (Digitalisierung& Automatisierung kaufmännischer Prozesse). Gemeinsam ermöglichen sie es, Hotels entlang zentraler operativer Themen gezielt zu unterstützen.

Für die Partnerhotels – ebenso wie für individuelle Hotels, die nicht BWH angeschlossen sind – entsteht so ein erweitertes Leistungsangebot, das über klassische Marken- und Vertriebsleistungen hinausgeht und gezielt operative Entlastung schafft.

Der Fokus der DEHAG Hospitality Group verschiebt sich damit deutlich: weg von Einzelleistungen – hin zu integrierten Lösungen. Gleichzeitig bleibt ein zentraler Faktor erhalten: die unternehmerische Eigenständigkeit der Hotels.

Gerade diese Balance wird für viele Betriebe zunehmend zum entscheidenden Kriterium bei der Wahl eines Partners. Denn bei aller Systemunterstützung bleibt die Hotellerie ein Geschäft, das von Persönlichkeit, Individualität und echter Gastgeberkultur lebt.

Die Herausforderung besteht darin, beides zusammenzubringen. Und genau darin liegt die Zukunft und möglicherweise der Unterschied von Franchisepartnern