Als im Herbst 2016 der erneuerte Bahnhof Bellinzona eingeweiht wurde, stand das Tessin vor einem historischen Schritt. Wenige Wochen später sollte der Gotthard-Basistunnel den fahrplanmässigen Betrieb aufnehmen. [RELATED]
Die «Porta del Ticino» war damit weit mehr als ein modernisiertes Bahnhofsgebäude. Sie stand für die Hoffnung auf eine engere Anbindung der Südschweiz an die Zentren nördlich der Alpen.
Ein Bahnhof mit Signalwirkung
Ursprünglich hatten die SBB einen Neubau neben dem bestehenden Bahnhof vorgesehen. Stattdessen entschieden sie sich für die Modernisierung und Erweiterung des historischen Gebäudes. Nach gut zwei Jahren Bauzeit war das Projekt abgeschlossen. Die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz spielte dabei eine wichtige Rolle.
Die neue, lichtdurchflutete Eingangshalle und das erweiterte Serviceangebot sollten den Bahnhof als Verkehrsknotenpunkt aufwerten. Gleichzeitig erhielt Bellinzona einen repräsentativen Zugang zur Stadt.
Serie
In der Serie «Heute vor zehn Jahren» blicken wir auf Ereignisse zurück, die den Schweizer Tourismus und seine Infrastruktur 2016 prägten. Die Beiträge zeigen, welche Entwicklungen damals angestossen und welche Erwartungen damit verbunden wurden.
Neue Perspektiven für den Süden
Bei der Einweihung betonten SBB-Chef Andreas Meyer, Staatsrat Claudio Zali und Stadtpräsident Mario Branda die strategische Bedeutung des Projekts. Die verbesserten Bahnverbindungen sollten nicht nur Reisenden zugutekommen, sondern auch die wirtschaftlichen Beziehungen über die Alpen hinweg stärken.
Bellinzona richtete den Blick insbesondere nach Luzern. Die Stadt wollte die neue Erreichbarkeit für eine engere Zusammenarbeit nutzen.
Ein Jahr für die Geschichtsbücher
Rückblickend zeigt die Bahnhofseröffnung, wie stark der Gotthard-Basistunnel bereits vor seiner Inbetriebnahme die Erwartungen im Tessin prägte. Für Bellinzona begann damit ein neues Kapitel als südliches Eingangstor zur Gotthardachse. (htr/bb)