Der Verein Ballenberg-Dampfbahn mit seinen rund 900 Mitgliedern startet in diesen Tagen die Geldbeschaffung. Mit Kosten von rund einer Million Franken rechnet er. Das gab der vom Verein mit der Mittelbeschaffung beauftragte, auf solche Aktionen spezialisierte Pascal Troller am Freitag in Interlaken vor den Medien bekannt.

Troller hofft, das Geld bei den beiden Brünig-Kantonen Bern und Obwalden sowie bei Stiftungen und Privaten locker machen zu können. Der Verein selbst will300'000 Franken in Form von Eigenleistungen beisteuern. Den Hauptteil der Revisionsarbeiten sollen Profis der Rhätischen Bahn ausführen.

Durch Brand stark beschädigt
Vor bald zwei Jahren hatten Vereinsmitglieder bereits mit der Revision der Lokomotive mit der Bezeichnung HG 3/3 1068 begonnen. Doch brannte am 16. November 2013 der Schuppen nieder, in dem der Verein sein Rollmaterial abstellt. Die Folge war, dass die Revision der Lokomotive nun noch aufwendiger und teurer wird.

Während der Verein vor zwei Jahren noch von Kosten von etwa 580'000 Franken ausgegangen sei, brauche es nun eben rund eine Million, sagte Troller. Trotz Brandbeulen am Lokomotivaufbau, viel Rost und zahlreicher anderer Schäden sei die Maschine aber instandstellbar.

Die 1926 ausgelieferte Lok war nach Angaben Trollers die letzte von der Schweizerischen Lokomotiv & Maschinenfabrik SLM in Winterthur an die SBB abgegebene Dampflokomotive. 1965 wurde sie ausrangiert und erinnerte zwischen1966 und 2000 auf einem Sockel beim Bahnhof Meiringen an vergangene Zeiten.

Drei Lokomotiven – alle ausser Gefecht
Der Verein Ballenberg-Dampfbahn verfügt über drei Dampflokomotiven für seine traditionellen Dampfbahnfahrten über den Brünig und im Berner Oberland. Alle drei sind derzeit ausser Gefecht. Neben jener, die nun totalrevidiert werden soll, wurde beim Brand von November 2013 auch eine zweite Maschine beschädigt.

Sie sollte Mitte 2016 repariert sein. Da sie nicht über Zahnräder verfügt, kann sie nur auf der Strecke Interlaken-Meiringen-Innertkirchen eingesetzt werden. Die dritte Lok des Vereins fiel kürzlich mit einem Lagerschaden aus.

Dieser Vorfall zeigt für den Vereinsvizepräsidenten Hans Peter Maurer aus Meiringen, dass der Verein zwei funktionstüchtige, mit Zahnrädern ausgerüstete Lokomotiven braucht, um die Dampfbahnfahrten über den Brünig sicherzustellen.

Weil gleich alle drei Lokomotiven ausgefallen sind, führt der Verein die in der nächsten Zeit geplanten Dampfbahnfahrten nun mit einer von den Appenzeller Bahnen ausgeliehenen Lok aus.

Bereits Aktion erfolgreich durchgeführt
Troller hat für den Ballenberg-Dampfbahn-Verein bereits eine Geldsammelaktion erfolgreich durchgeführt: Im Jahr 2011 lancierte er einen Aufruf zur Rettung historischer Lokdrehscheiben an den Bahnhöfen Meiringen und Giswil.

Die Drehscheibe, mit der die Lok am Ziel der Bergfahrt über den Brünig gewendet wird, steht in Giswil wieder in Betrieb. In Meiringen ist das Fundament gebaut. Nun muss noch die Drehscheibe draufgestellt werden. (sda/npa)