Die Übertragung der Anlagen an die Finanz Infra AG sei durch das Handelsregister und die Grundbuchämter vollzogen worden, teilten die Weisse Arena Gruppe und die Finanz Infra AG am Montag mit. Dazu gehören die Bergbahnen, Skilifte, Gebäude und Leitungsnetze der Weissen Arena Bergbahnen für einen Restbuchwert von insgesamt 86,3 Millionen Franken.
Die Gemeinden steuerten 50 Millionen Franken bei. Weitere 20 Millionen Franken gewährte die Weisse Arena Bergbahnen AG als Darlehen, der Rest wird über Fremdkapital gedeckt.
Regionale Interessen gesichert
Mit dem Kauf wurden die regionalen Interessen langfristig gesichert. Dazu gehören unter anderem 300 Betriebstage pro Jahr und hohe Vergünstigungen für Einheimische. Damit schreibe man Schweizer Bergbahngeschichte, hatte der parteilose Gemeindepräsident von Falera, Norbert Good, anlässlich der Abstimmung im Herbst gesagt.
Die Übernahme ist das erste sogenannte «Sell-and-lease-back»-Vorgehen in der Schweiz. Die Bergbahnen werden die Infrastrukturen von der Finanz Infra zurück pachten und betreiben wie bisher. «Bubieinfach» sei das, sagte der Präsident und Delegierte des Verwaltungsrates der Weissen Arena, Reto Gurtner dazu. Ein Modell, das künftig «Schule machen werde», war sich Projektleiter Wolf sicher.
Lokale Kultur bewahren
Überall dort, wo Bergbahnen in privater Hand sind, könnte dieses Bündner Modell ein Thema werden. Bergbahnen seien in den betreffenden Regionen systemrelevant, alle Leistungsträger seien von deren Entscheidungen abhängig. Ein Tourismuskonzern verfolge jeweils seine Gesamtinteressen. Regionale Interessen müssten dann hinten anstehen. Deshalb sei es unerlässlich, dass man Einfluss nehmen könne, so Wolf.
Zuletzt wurden mehrere Skigebiete von ausländischen Investoren übernommen - beispielsweise Crans Montana, Saas Fee, Savognin und Andermatt-Sedrun. Für die Weisse Arena habe etwa das US-Unternehmen «Vail Resorts» Interesse gezeigt, erklärte Wolf zuvor. Dies seien «seelenlose Geschichten», so Gurtner dazu. Wenn alles fremdbestimmt sei, gehe die lokale Kultur verloren und genau diese gelte es in Graubünden zu wahren. (keystone-sda)
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