Der Schweizer Tourismus hat im März einen Rückschlag erlitten. Laut den definitiven Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) gingen die Hotellogiernächte gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent zurück. Schweiz Tourismus (ST) relativiert jedoch den direkten Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt.
Sommerprognosen
«Was wir erleben, ist eine Justierung», sagt ST-Direktor Martin Nydegger. Besonders betroffen seien Betriebe mit hoher Abhängigkeit von einzelnen Fernmärkten. Für die Sommersaison erwartet ST insgesamt stabile Zahlen, allerdings mit kurzfristigeren Buchungen und deutlichen Unterschieden je nach Markt. Selbst im ungünstigsten Szenario rechnet die Organisation für 2026 mit einem Rückgang der Logiernächte von maximal acht Prozent, im Basisszenario rechne man jedoch zwei bis drei Prozent.
Kalendarische Effekte
Kalendarische Effekte hätten wesentlich zum Minus beigetragen, teilt ST mit. So lagen die Sportferien in mehreren bevölkerungsreichen Gemeinden dieses Jahr bereits im Februar, während sie 2025 noch in den März fielen. Im gesamten ersten Quartal resultierte deshalb ein leichtes Plus von 0,1 Prozent.
Heimmarkt und Europa bleiben stabil
Der Heimmarkt Schweiz verzeichnete im März ein Minus von 5,7 Prozent. Laut ST setzt sich damit die Normalisierung nach den starken Pandemiejahren fort. Für das Gesamtjahr erwartet die Tourismusorganisation stabile Zahlen aus dem Inland.
Aus Europa zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Nahmärkte ohne Schweiz lagen im März 3,5 Prozent unter Vorjahr. Positiv entwickelten sich dagegen Grossbritannien mit plus 6,1 Prozent und Frankreich mit plus 1,4 Prozent. ST sieht darin einen Trend zu näher gelegenen Reisezielen.
Asien schwächelt deutlich
Besonders stark fiel der Rückgang in Asien aus. Die Nachfrage sank um 15,8 Prozent, Indien sogar um 31,5 Prozent. Viele Flugverbindungen zwischen Indien und Europa führen über Drehkreuze im Mittleren Osten. Zudem begann der Konflikt zu Beginn der wichtigsten indischen Reisesaison.
Stabiler zeigt sich der chinesische Markt. Laut ST profitieren chinesische Reisende von direkten Flugverbindungen über russischen Luftraum. Die Zentralbahn rechnet für China sogar mit Wachstum.
Die Golfstaaten verzeichneten im März überraschend ein Plus von 7,9 Prozent. Laut ST hängt dies vor allem mit dem Ramadan zusammen, der 2025 vollständig in den März fiel.
Luxushotellerie zeigt sich robust
Die Luxushotellerie zeigt sich laut ST widerstandsfähig. Das Dolder Grand Zürich und das Bürgenstock Resort berichten von stabilen Buchungen. Das Bürgenstock registrierte zusätzlich verlegte MICE- und Leisure-Buchungen aus dem Mittleren Osten. (mm)