Hyatt hat 2025 mehr Gebühren eingenommen und operativ mehr verdient als im Vorjahr. Trotzdem schliesst das Unternehmen das Jahr mit einem Verlust ab. Grund dafür sind vor allem Kosten für Übernahmen, Verkäufe und andere einmalige Effekte. Gleichzeitig verkauft Hyatt Immobilien im Wert von Milliarden und investiert künftig weniger eigenes Kapital.
Zimmerumsätze steigen
Die Zimmerumsätze pro verfügbarem Zimmer, also der RevPAR, stiegen 2025 um 2,9 Prozent. Im vierten Quartal lag das Plus bei 4 Prozent. Das Wachstum ist damit solide, aber schwächer als in den Boomjahren nach der Pandemie. Besonders gut liefen Hotels im Luxusbereich sowie Ferienreisen.
Deutlich stärker wuchsen die All-Inclusive-Resorts. Dort stieg der sogenannte Net Package RevPAR um 8,6 Prozent. Das zeigt, wie wichtig die Übernahme von Playa Hotels im Juni 2025 war. Hyatt zahlte dafür rund 2,6 Milliarden US-Dollar. Mit diesen Resorts stärkt der Konzern sein Geschäft in Mexiko und der Karibik, wo hohe Margen möglich sind.
Weniger Eigentum, mehr Gebühren
Ein zentraler Punkt ist der Wandel des Geschäftsmodells. Hyatt will weniger eigene Hotels besitzen und stattdessen mehr über Management- und Franchiseverträge verdienen. Die Bruttogebühren stiegen 2025 um 9 Prozent auf 1,198 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das bereinigte EBITDA, erreichte 1,159 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 5,8 Prozent. Unter dem Strich blieb jedoch ein Verlust von 52 Millionen US-Dollar.
Ende Dezember 2025 verkaufte Hyatt das zuvor übernommene Immobilienportfolio von Playa für insgesamt 2 Milliarden US-Dollar weiter. Gleichzeitig schloss der Konzern langfristige Managementverträge für die meisten dieser Hotels ab. Die Schulden lagen per Jahresende bei 4,3 Milliarden US-Dollar, die verfügbaren Mittel bei 2,3 Milliarden. Dividenden und Aktienrückkäufe bleiben möglich.
Für 2026 rechnet Hyatt mit einem RevPAR-Wachstum von 1 bis 3 Prozent und einem Zimmerwachstum von 6 bis 7 Prozent. Das bereinigte EBITDA soll weiter steigen. Die Investitionen werden deutlich reduziert auf rund 135 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen setzt also stärker auf Wachstum mit wenig eigenem Kapital.
[RELATED]
Drei zentrale Botschaften
Hyatt will weniger Immobilien besitzen und mehr über Gebühren verdienen, Luxus- und All-Inclusive-Resorts sind die wichtigsten Wachstumstreiber und das Unternehmen achtet stärker auf Cashflow und Kapitaldisziplin.
Für unabhängige Hotels in der Schweiz bedeutet das: Internationale Ketten wachsen weiter über Verträge statt über eigene Häuser. Das erhöht den Wettbewerb, vor allem im Ferien- und Premiumsegment. Eigenständige Betriebe müssen sich klar positionieren und ihre Preise sowie ihre Vertriebskanäle aktiv steuern, um auf dem Markt relevant zu bleiben.
Beim Ausblick bleibt Hyatt vorsichtig. Die Gruppe verweist auf wirtschaftliche Unsicherheiten, politische Risiken und mögliche Nachfrageschwankungen. (mm/bb)