Der ägyptische Investor Sami Sawiris plant auf der Isleten im Kanton Uri eine touristische Überbauung mit Hotelanlage, Wohnungen und künstlicher Bucht als Bootshafen. Grundlage ist eine Richtplanänderung für ein heute brachliegendes Industrieareal direkt am Urnersee.[RELATED]

Nun hat der Bund im Rahmen einer Vorprüfung deutliche Vorbehalte angemeldet, wie das «Regionaljournal Zentralschweiz» berichtet. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission kritisiert unter anderem die geplante Strassenführung. Zudem sei das Projekt insgesamt zu dicht angelegt, auch der Bootshafen werfe Fragen auf.

Projektträger wollen am Vorhaben festhalten
Für die Verantwortlichen ist dies kein Grund, das Vorhaben aufzugeben. Isidor Baumann, Projektleiter der verantwortlichen Firma Isen AG und früherer Urner Regierungsrat, spricht von klaren Hinweisen, aber nicht von einer Absage. Der Bericht sei deutlich, jedoch keine Schlussfolgerung gegen das Projekt an sich. Nun gelte es, die «Steine des Anstosses» einzeln zu prüfen.

Auch die Urner Regierung zeigt sich nicht überrascht. Regierungsrat Daniel Furrer betont, es handle sich um eine projektbezogene Richtplananpassung. Der Bund unterstütze grundsätzlich die Umnutzung der Industriebrache in eine Tourismuszone. Offen seien jedoch Fragen zur konkreten Ausgestaltung.

Kritik der Grünen
Anders beurteilen die Grünen Uri die Lage. Parteipräsidentin Eveline Lüönd sieht sich nach der Ablehnung der Initiative gegen das Projekt im Jahr 2024 nun bestätigt. Ihre Partei lässt in einer Mitteilung verlauten, dass die vom Bund genannten Kritikpunkte zentral und zwingend einzuhalten seien. Weiter heisst es dort: «Die Anforderungen dienen dem Schutz von Natur, Landschaft und Ortsbild und dürfen nicht aus wirtschaftlichen Überlegungen relativiert werden.»

Nächster Schritt: Begehung
Für den Frühling ist eine gemeinsame Begehung mit Umweltminister Albert Rösti geplant. Ziel ist eine Auslegeordnung mit Bund, Kanton, Gemeinden und Projektträgerschaft. Dabei soll geklärt werden, welche Anpassungen möglich sind und wo die Grenzen liegen.

Das Marinaprojekt in Isleten ist nicht gestoppt. Es steht jedoch vor einer grundlegenden Überarbeitung.