David Füger, Sie sind 31 Jahre alt und übernehmen die Gesamtverantwortung im Hotel Hermitage Lake Lucerne. Fühlen Sie sich bereit?

Der Wunsch, ein Hotel zu leiten, war schon von klein auf da. Ich habe Respekt vor der Verantwortung, aber die Motivation überwiegt. Wir haben ein tolles, junges Team. Mit Leander Döös vollzieht auch die Besitzerfamilie einen Generationenwechsel im Verwaltungsrat. Das bringt neue Energie, um das Haus weiterzuentwickeln.

Man muss herausfinden, was der Gast braucht, und flexibel reagieren.

Welche Stationen haben Sie darauf vorbereitet?

Es ist ein Puzzle. Ich bin in einer Bäckerfamilie in sechster Generation aufgewachsen und kenne die Gastronomie von klein auf. Ich habe die Schweizerische Hotelfachschule Luzern absolviert, im In- und Ausland gearbeitet und die Offiziersschule durchlaufen. Prägend waren auch meine fünf Jahre im «Vitznauerhof» bei Raphael Herzog, der für mich ein Mentor ist. Dort durfte ich über den Tellerrand schauen und Projekte lancieren.

Wo wollen Sie im «Hermitage» persönlich Akzente setzen?

Mir ist wichtig, das «Hermitage» als eigenständige Marke weiter zu schärfen und seinen Charakter über alle Bereiche hinweg erlebbar zu machen. Dabei geht es nicht nur um unseren Auftritt nach aussen, sondern um das gesamte Gästeerlebnis. Gleichzeitig wollen wir auch das Produkt konsequent weiterentwickeln. Ab November erneuern wir unseren Spa-Bereich und bauen auch unser Wellbeing-Konzept weiter aus.

Wie teilen Sie die Rollen zwischen operativer Führung und Besitzerfamilie auf?

Es ist ein enges Miteinander. Die Strategie bestimmen wir gemeinsam im Verwaltungsrat. Daneben haben wir ein Steering Board, in dem Mitglieder der Besitzerfamilie und des Hotelleitungsteams vertreten sind. Dort vertiefen wir Themen und entwickeln Ideen weiter.

Als Jurypräsident beim «Battle of Zagg»: Was muss ein junger Gastgeber heute können?

Kommunikation auf hohem Niveau. Die Soft Skills werden immer wichtiger. Man muss herausfinden, was der Gast braucht, und flexibel auf seine Bedürfnisse reagieren. Das gilt auch gegenüber Mitarbeitenden. Meine Devise lautet: Wer fragt, der führt. 


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