Viele Schweizer Hoteliers spüren die digitale Welle. Warum ist Digitalisierung Pflicht und nicht Kür?
Melanie Staub: Weil Digitalisierung heute ein strategischer Imperativ ist. Gäste sind digital geprägt. Komfort beginnt oft schon vor der Anreise, mit digitaler Kommunikation und Services, die ohne Umwege funktionieren. Gleichzeitig entlasten digitale Prozesse das Team, weil Routineaufgaben automatisiert werden, weniger Fehler passieren und mehr Zeit für echte Gastfreundschaft bleibt.
Fabio Lo Curto: Dabei muss man aber nicht alles auf einmal umsetzen, sondern kann auch schrittweise vorgehen. Entscheidend ist, dass die Bausteine später sauber zusammenspielen, wie Zahnräder in einem System.
Viele denken bei Hotelschliesssystemen zuerst an Hardware. Was wird dabei unterschätzt?
Fabio Lo Curto: Der Denkfehler ist, Zutritt als Insellösung zu betrachten. Ein modernes, elektronisches Hotelschliesssystem fungiert als Zutrittsmanagement. Es strukturiert Räume und Bereiche im Haus und wird dann richtig stark, wenn es als Teil der digitalen Gastreise gedacht ist. Dann geht es nicht nur um Öffnen und Schliessen, sondern um Abläufe, die rund laufen.
Melanie Staub: Diese Ganzheitlichkeit ist für Hoteliers zentral. Technik soll Prozesse vereinfachen, nicht verkomplizieren. Funktionierende Schnittstellen sind die Voraussetzung dafür, dass Zutritt nicht nebenher läuft, sondern sich nahtlos in die digitale Gastreise einfügt und dem Team wirklich Arbeit abnimmt. [IMG 2]
Sie sprechen von «funktionierenden Schnittstellen». Was heisst das konkret?
Melanie Staub: Funktionierend bedeutet, dass die richtigen Daten zuverlässig zwischen den Systemen fliessen und ohne manuelle Nacharbeit weiterverarbeitet werden. So entstehen automatisierte Prozesse und ein durchgängiges Gästeerlebnis ohne Medienbrüche.
Fabio Lo Curto: Für den Zutritt heisst das praktisch: Über die Anbindung ans PMS werden auf Basis der Buchungsdaten automatisch Zutrittsrechte vergeben. Die Zutrittsrechte werden dann auf die Gästekarte geschrieben oder als digitaler Schlüssel aufs Smartphone geschickt. Gleichzeitig lassen sich im Back-of-House die Rechte für Housekeeping, Haustechnik oder externe Dienstleister zentral verwalten, automatisieren und zeitlich begrenzen. [IMG 3]
Was ist Ihr wichtigster Rat an Schweizer Hoteliers, die das Thema jetzt angehen wollen?
Melanie Staub: Starten Sie nicht mit einer Produktliste, sondern mit Ihrer Gästereise. Ganz wichtig dabei: Binden Sie Ihr Team ein und markieren Sie zusammen die Stellen, an denen heute Wartezeiten, Medienbrüche oder unnötige Handarbeit entstehen. Definieren Sie dann Ihre Ziele und leiten Sie daraus den nächsten sinnvollen Schritt ab.
Wenn Sie dabei schneller zu Klarheit kommen möchten, hilft oft ein strukturierter Blick von aussen. Dabei unterstütze ich Sie gern. Das Ergebnis ist ein Fahrplan, der zu Ihrem Haus passt und den Sie Schritt für Schritt umsetzen können.
Mir ist in diesem Zusammenhang wichtig: Digitalisierung bedeutet nicht, dass Menschlichkeit verloren geht – im Gegenteil. Richtig eingesetzt schafft sie Freiräume, damit sich Teams stärker auf den Gast konzentrieren können. Gleichzeitig ist jeder Betrieb anders. Digitale Prozesse müssen daher individuell gestaltet werden und zum jeweiligen Hotel, Team und Gästesegment passen.
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Salto wird auf dem Hospitality Summit vom 3. und 4. Juni in Bern von Melanie Staub unterstützt.
Kontakt
Melanie Staub, info[at]hotelboost.ch, hotelboost.ch
Fabio Lo Curto, f.locurto[at]saltosystems.com, saltosystems.com