Autorin Elena Fischer nutzt den dreiwöchigen Aufenthalt am Vierwaldstättersee für die Arbeit an ihrem zweiten Roman «Wirf einen Schatten», der im Herbst im Diogenes Verlag erscheint.

Ihr Debüt «Paradise Garden» wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert, mehrfach ausgezeichnet und stand auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Fischer studierte Komparatistik und Filmwissenschaft in Mainz und lebt dort mit ihrer Familie.

Rückzug mit Blick auf Literaturgeschichte
Die Literaturresidenz wurde 2020 von den Hotelbetreibern Manuel Berger und Walter «Willy» Willimann ins Leben gerufen. Ziel sei es, Schreibenden «einen inspirierenden Ort für Rückzug und kreatives Arbeiten» zu bieten, sagt Hoteldirektor Ferry Wey. Der Blick auf den Carl-Spitteler-Quai – benannt nach dem Literaturnobelpreisträger von 1919 – sei dabei bewusst gewählt.

Ich freue mich besonders darauf, mehr unverplante Zeit für Kreativität zu haben, raus aus dem Alltag

Elena Fischer, Autorin

Kultur und Kunst seien seit der Eröffnung 2018 Teil des Konzepts des Belle-Époque-Hauses. Neben der Residenz fanden zahlreiche Anlässe mit Partnern wie der Loge Luzern oder dem «Fumetto Comic Festival» Luzern statt. Auch mit städtischen Kulturbetrieben arbeitet das Hotel zusammen.

Auswahl ohne starre Kriterien
Die Wahl der Residentin erfolgt laut Berger nicht nach fixen Kriterien. «Wir erstellen jährlich eine Liste mit Autorinnen und Autoren, deren Arbeit uns anspricht und die wir als passenden ‹Match› für unser Haus einschätzen.» Im Kernteam werde eine Shortlist diskutiert. Elena Fischer habe mit ihrem Debüt besonders überzeugt.

Während ihres Aufenthalts will Fischer das Lektorat ihres neuen Romans vorantreiben. «Ich freue mich besonders darauf, mehr unverplante Zeit für Kreativität zu haben, raus aus dem Alltag», sagt sie. Der Roman spielt 1962 in den Bergen und erzählt von einem Mann in einer existenziellen Krise.

Lesung im Ballsaal
Am Donnerstag, 26. März, liest Elena Fischer um 18.15 Uhr im Ballsaal aus ihrem Werk. Durch den Abend führt Moderatorin Viola Lutz. Zur Residenz gehört traditionell ein neu gestaltetes Plakat. Für 2026 zeichnet die Luzerner Textildesignerin Flavia Bienz verantwortlich. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Design und Vermittlung.

Kunst und Kultur seien Teil des Selbstverständnisses des Hauses, betont Berger. Die Veranstaltungen bereicherten nicht nur den Aufenthalt der Gäste, sondern zögen auch ein lokales Publikum an, das die Verbindung von Hotelatmosphäre und Kultur schätze.