Krisen treffen Betriebe selten angekündigt. Ob Brand, Naturereignis oder Cyberangriff: Entscheidend ist, was vorher geklärt wurde. Die folgende Checkliste basiert auf den Erfahrungen von Bettina Zimmermann, Krisenmanagerin bei der GU Sicherheit & Partner AG, die seit Jahren Hotels, Restaurants und Destinationen in akuten Krisen begleitet. Sie zeigt, worauf Betriebe im Alltag achten sollten, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.[RELATED]
Risiken identifizieren
Jeder Betrieb ist anderen Gefahren ausgesetzt. Man muss sie vorgängig realistisch benennen und regelmässig überprüfen.
- Wurden Risiken im Unternehmen identifiziert und bewertet?Beispiele: Gebäudebrand, Naturereignis, Lebensmittelvergiftung, Stromausfall, Cyberangriff.
Risiken minimieren
Nicht jedes Risiko lässt sich ausschliessen. Umso wichtiger ist eine bewusste Entscheidung, wo vorgesorgt wird und wo Restrisiken akzeptiert werden.
- Sind für die identifizierten Risiken Minimierungsmassnahmen getroffen worden?
- Ist klar, welche der identifizierten Risiken als akzeptabel eingestuft sind, aber weiterhin im Blick behalten werden müssen?
Evakuierung und Fluchtwege
Im Ernstfall zählt Orientierung. Evakuierungskonzepte müssen klar, bekannt und umsetzbar sein.
- Verfügt der Betrieb über ein Evakuierungskonzept?
- Sind Verantwortliche für eine Evakuierung definiert?
- Sind Mitarbeitende mit dem Vorgehen vertraut und geschult?
- Kann eine Evakuierung sichergestellt werden?
- Sind die Fluchtwege gekennzeichnet und freigehalten?
- Können Türen von innen jederzeit geöffnet werden?
Organisation
Krisen erfordern klare Zuständigkeiten und eingespielte Abläufe. Unklarheit verschärft die Situation.
- Ist bekannt, wie im Krisenfall vorzugehen ist?
- Wer gehört zum Krisenteam?
- Ist die Arbeitsweise in einem Krisenfall bekannt?
- Stehen externe und einsatzerfahrene Partner bzw. Dienstleister zur Verfügung, die im Ereignisfall rund um die Uhr unterstützen können?
Krisenkommunikation
Kommunikation schafft Vertrauen. Wer wann und mit wem spricht, sollte intern definiert und abgesprochen sein.
- Wer übernimmt die Krisenkommunikation?
- Sind die Stakeholder im Betrieb bekannt?
- Wer ist Ansprechperson für Medienanfragen?
- Ist der Umgang mit Medien bekannt?
