Die Schweizer Hotellerie hat im August 2026 weniger Übernachtungen verzeichnet. Nach einer ersten Schätzung des Bundesamts für Statistik (BFS) sank die Zahl der Logiernächte gegenüber August 2025 um 2,1 Prozent. Die Nachfrage aus dem Inland ging um 1,9 Prozent zurück, jene aus dem Ausland um 2,2 Prozent.

In den ersten beiden Sommermonaten Juni und Juli hatte sich der Heimmarkt noch positiv entwickelt: Schweizer Gäste generierten 2,3 Prozent mehr Logiernächte als im Vorjahreszeitraum. Bei den ausländischen Gästen resultierte dagegen ein Minus von 3,3 Prozent, insgesamt ein Rückgang von 0,8 Prozent.

Schweiz Tourismus (ST) zieht deshalb eine differenzierte Sommerbilanz. Wiederholte Hitzewellen sowie das Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität hätten die Nachfrage von Schweizer, europäischen und amerikanischen Gästen gestützt. Dies habe starke Rückgänge aus den Golfstaaten und Asien grösstenteils kompensiert.

Bergregionen profitieren von der Hitze

Besonders die Bergdestinationen profitierten. Graubünden berichtet von zahlreichen Schweizer Gästen, die der Hitze im Flachland für Ferien oder Tagesausflüge auswichen. In Zermatt lagen die Logiernächte aus dem Heimmarkt im Juni sogar 25 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Interlaken spürte dagegen die geopolitische Lage stärker. Vor allem Hostels registrierten weniger Übernachtungen aus Asien und den Golfstaaten. Die Hotellerie blieb insgesamt stabil, Campings verzeichneten Zuwächse. Gleichzeitig konnte sich die Region als Ferienort für Sommerfrische positionieren.

Aus Deutschland meldet ST eine stabile bis leicht positive Saison. Auch die Nachfrage aus Nordamerika blieb ungefähr auf dem Niveau des starken Sommers 2025, wobei sich insbesondere das Luxussegment robust zeigte.

Schwächer entwickelte sich die Nachfrage aus Indien und den Golfstaaten. Teure Flugverbindungen, schwache Lokalwährungen und geopolitische Unsicherheiten belasteten insbesondere die Mittelschicht. Das Luxussegment erwies sich hingegen in beiden Märkten als deutlich widerstandsfähiger.

Genf und Zürich spüren Fernmarkt-Rückgänge

In Genf fehlten vor allem arabische Gäste aus der Mittelschicht. Zürich verzeichnete ebenfalls eine geringere Nachfrage aus Asien und den Golfstaaten. Als Gründe nennt ST die geopolitische Lage, fehlende Flugverbindungen aus dem Mittleren Osten und den starken Franken.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Schweiz Tourismus 0,7 Prozent weniger Logiernächte als 2025. Beim Heimmarkt wird mit einem Plus von 0,9 Prozent gerechnet, bei den ausländischen Gästen mit einem Minus von 2,4 Prozent.

Die August-Zahlen des BFS sind eine erste Hochrechnung. Weitere Angaben zu den Herkunftsmärkten sollen am 22. September folgen, die definitiven Ergebnisse am 5. Oktober. (mm, keystone-sda, nde)