Der Hotelierverein Haslital blickt auf ein stabiles Tourismusjahr 2025 zurück. An der Mitgliederversammlung im Hotel Panorama auf dem Hasliberg zog Präsidentin Franziska Anderegg dennoch eine differenzierte Bilanz. 

Parahotellerie wächst stärker
Zwar stiegen die Hotellogiernächte gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,6 Prozent auf 249'308. Über alle Beherbergungsformen hinweg registrierte die Region gar 604'695 Logiernächte, was einem Plus von 3,9 Prozent entspricht. Besonders Ferienwohnungen und Campingangebote legten zu.

«Die Destination funktioniert», sagte Franziska Anderegg. Gleichzeitig verschiebe sich ein Teil der Nachfrage von der klassischen Hotellerie hin zur Parahotellerie.

Kürzere Aufenthalte belasten Hotels
Im Jahresbericht machte die Präsidentin deutlich, dass steigende Frequenzen nicht automatisch bessere Ergebnisse für Hotels bedeuten. Kürzere Aufenthalte, wachsender Preisdruck und flexible Buchungsgewohnheiten veränderten den Markt spürbar. Hinzu kämen höhere Kosten und Konkurrenz durch Plattformen wie Airbnb oder Serviced Apartments. «Entscheidend ist die Qualität unserer Produkte», betonte Anderegg.

Sorge um Personal und Wohnraum
Als zentrale Herausforderungen für das laufende Jahr nannte der Verein den Fachkräftemangel, fehlenden bezahlbaren Wohnraum und strukturelle Schwächen einzelner Betriebe. Sorgen bereitet weiterhin die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeitender. Der Hotelierverein sprach sich erneut für attraktive Arbeitsbedingungen und eine nachhaltige touristische Entwicklung aus.

Magic Pass bringt Sichtbarkeit
Positiv bewertete der Vorstand den Beitritt der Bergbahnen Meiringen-Hasliberg zum Magic Pass. Dieser habe die Sichtbarkeit der Region im Schweizer Markt erhöht. Ebenfalls gut besucht waren Workshops zu künstlicher Intelligenz, Revenue Management sowie ein Anlass zu Erster Hilfe und Feuerbekämpfung gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Kraftwerke Oberhalsi AG.

Finanziell schloss der Verein das Jahr mit einem Gewinn von 5'912 Franken ab. Das Vereinsvermögen beträgt neu 151'497 Franken.

Vier Projekte für die Zukunft
Für Aufmerksamkeit sorgten zudem vier geplante Hotelprojekte in Bidmi, Wasserwendi, auf der Schwarzwaldalp sowie in Balis. «Das ist ein klares Zeichen des Vertrauens in die Region», sagte Franziska Anderegg. (mm)


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