Die Stimmung in der alpinen Hotellerie hat sich nach einem verhaltenen Vorjahr deutlich verbessert. Das zeigt das aktuelle Stimmungsradar der Tourismusberatung Kohl & Partner, für das 246 Betriebe in der Schweiz, Österreich, Deutschland und Südtirol befragt wurden. Der durchschnittliche Stimmungswert stieg von 2,8 auf 3,6 Punkte auf einer Skala von 1 bis 5. [RELATED]

Besonders optimistisch sind die befragten Betriebe in der Schweiz. Mit 4,0 Punkten liegt ihr Stimmungswert deutlich über dem Vorjahresniveau von 3,2 Punkten. Knapp dahinter folgt Südtirol mit 3,9 Punkten. Österreich erreicht 3,2 Punkte, während Deutschland mit 2,8 Punkten das Schlusslicht bildet.

Auch bei der Auslastung schneiden die Schweizer Betriebe vergleichsweise gut ab. 42 Prozent berichten von einer besseren Auslastung als im Sommer 2025, weitere 47 Prozent erreichten das Vorjahresniveau. Lediglich 12 Prozent verzeichneten Rückgänge. Zudem zeigen sich 72 Prozent der Schweizer Betriebe zufrieden oder sehr zufrieden mit der Durchsetzung ihrer Preise.

Kosten und Personalmangel belasten weiterhin

Trotz der positiven Stimmung bleiben wirtschaftliche Herausforderungen bestehen. In der Schweiz nennen 58 Prozent der befragten Betriebe die allgemeinen Kostensteigerungen als Problem. 47 Prozent sehen die höheren Mitarbeiterkosten als Belastung.

Auffällig ist die Entwicklung bei der Personalgewinnung. Während sich die Situation in den übrigen untersuchten Regionen deutlich entspannt hat, bleibt sie für die Schweizer Hotellerie relevant. 28 Prozent der befragten Schweizer Betriebe geben an, nicht genügend Mitarbeitende gefunden zu haben. In Österreich sind es 18 Prozent, in Deutschland 8 Prozent und in Südtirol 6 Prozent.

Die Mitarbeitergewinnung ist in der Schweiz zudem die einzige der abgefragten Herausforderungen, die gegenüber dem Vorjahr an Bedeutung gewonnen hat.

Kurzfristige Buchungen erschweren die Planung

Eine weitere Herausforderung bleibt das kurzfristige Buchungsverhalten der Gäste. In der Schweiz nennen 35 Prozent der befragten Betriebe dieses Thema. In Deutschland sind es sogar 94 Prozent, in Österreich 65 Prozent.

Die zunehmende Kurzfristigkeit erschwert gemäss Kohl & Partner die Personal- und Betriebsplanung. Zudem greifen Betriebe häufiger auf Rabattaktionen zurück, um freie Zimmer kurzfristig zu verkaufen.

«Wer drei Wochen vor dem Termin anfängt zu rabattieren, erzieht seine Gäste genau zu jenem kurzfristigen Buchungsverhalten, über das die Branche klagt», sagt Helmut List, Geschäftsführer von Kohl & Partner.

Beim Konsumverhalten zeigen sich ebenfalls regionale Unterschiede. Während in Deutschland 76 Prozent und in Österreich 63 Prozent der Betriebe beobachten, dass ihre Gäste sparen, sind es in der Schweiz lediglich 23 Prozent. Hier berichten 16 Prozent sogar von höheren Zusatzkonsumationen.

Mit Blick auf die kommende Wintersaison überwiegt im gesamten untersuchten Alpenraum eine abwartende Haltung. 49 Prozent der befragten Betriebe rechnen mit einem ähnlichen Saisonergebnis wie im Vorjahr, 35 Prozent sind optimistisch. Die aktuellen Buchungsstände liegen bei 51 Prozent der Betriebe auf Vorjahresniveau.

Die Ergebnisse beruhen auf einer Branchenumfrage unter 246 Betrieben in vier Ländern. Angaben zur Verteilung der Stichprobe auf die einzelnen Regionen enthält die Medienmitteilung nicht. Die Resultate sind deshalb als Stimmungsbild und nicht als repräsentative Aussage über die gesamte Schweizer Hotellerie einzuordnen. (mm)