Naibi Giuliana Duttweiler: «Die persönliche Gastfreundschaft bleibt der Kern der Hotellerie»

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Meine Generation würde ein kleines Hotel nach dem Prinzip «Small Holistic Luxury» bauen. Ruhe und Natur wären spürbar, die persönliche Gastfreundschaft bliebe der Kern. Eine regionale Küche mit möglichst naturbelassenen Produkten und eine bewusst geplante Architektur würden dieses Verständnis von Luxus konkret erfahrbar machen. Namen und Vorlieben der Gäste zu kennen, schafft persönliche Beziehungen. Das bleibt, doch der Weg dahin verändert sich. 

Mehr Komfort darf das Team nicht belasten

In der Rooms Division zeigt sich exemplarisch, wo unsere Branche hinkt: Steigt der Gästekomfort, werden die Mitarbeitenden in der Regel über Gebühr belastet. Das soll sich ändern. Es braucht eine neue Generation von Führungspersonen, die mit flachen Hierarchien, flexiblen Arbeitszeitmodellen und echter Wertschätzung führen. Zur modernen Führung gehören digitalisierte Prozesse und eine realistische Personalplanung. Gäste suchen vermehrt authentische statt perfekte Erlebnisse. Das erfordert einen neuen Typ von Gastgeber. Empathie und emotionale Intelligenz werden gleich wichtig wie unternehmerisches Denken. Die Generation Z bringt eine Kombination aus technologischer Offenheit und Sinnorientierung mit. Beides wird in der Branche oft unterschätzt.

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Philippe Hübscher: «An die Stelle von Statussymbolen treten eigenständige Konzepte»

Für meine Generation bemisst sich Luxus nicht mehr an sichtbaren Statussymbolen wie Marmor oder Designermöbeln. An ihre Stelle treten eigenständige Hotelkonzepte. Die Architektur bildet eine Bühne, auf der Hoteldirektion und Mitarbeitende performen. In einem Hotel mit Profil werden die Gäste wieder persönlich begrüsst. Mitarbeitende schenken ihnen Zeit und Aufmerksamkeit. Ein authentischer Gastgeber bleibt in besonders positiver Erinnerung, weil sich Gäste oft stärker daran erinnern, wie sie sich gefühlt haben, als an fachliche Perfektion. 

Tradition wahren, flexibel bleiben

Im Hotel Baur au Lac habe ich erfahren, dass auch ein traditionsreiches Haus flexibel auf Gästewünsche reagieren kann, ohne seine Identität zu verlieren. Digitale Systeme unterstützen dabei: Sie speichern Vorlieben und erleichtern damit die individuelle Betreuung beim nächsten Aufenthalt. Meine Generation nutzt diese Technik selbstverständlich, ohne persönliche Gastfreundschaft und Qualität aufzugeben. Wer jungen Mitarbeitenden Verantwortung überträgt, erhält neue Ideen und einen frischen Blick auf die Gästebedürfnisse. Trotz Digitalisierung bleibt der Mensch zentral: Er nutzt sie, um aufmerksam und persönlich auf den einzelnen Gast einzugehen.


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