Sarina Zumtaugwald: «In der ‹Worry Hour› darf alles auf den Tisch, auch Kritik an der Strategie.»
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Wenn du in einem Team arbeitest, in dem alle Sprachen der Welt gesprochen werden, musst du mit einer gewissen Offenheit und Bedachtsamkeit führen. Bei uns in der «Adler Hitta» ist Englisch die Basis. Klar, wenn es mal hakt, hilft auch das Reden mit Händen und Füssen. Echte Herausforderungen haben wir bei einer gemeinsamen Sprache zu Themen wie Qualität, Ethik und gegenseitigen Erwartungen.

Die «Worry Hour» als Gamechanger
Seit zwei Saisons haben wir ein Ritual: Einmal pro Monat setzt sich das Team nach der Arbeit zur «Worry Hour» zusammen. Das ist kein steifes Meeting, sondern ein offener Raum für alles – Positives wie Negatives. Hier kann jeder kritische Fragen stellen und sogar die Strategien hinterfragen, die von den langjährigen Führungspositionen vielleicht «betriebsblind» fortgeführt werden. Es geht darum, dass das Team uns spiegeln darf und ein offener Dialog geführt wird. Das schafft Vertrauen und stärkt das gegenseitige Verständnis. Bei gemeinsamen Aktivitäten ausserhalb des Restaurants können neben dem Arbeitsverhältnis auch neue Freundschaften entstehen. Wir gehen zum Curling oder einfach auf einen Apéro ins Dorf.

Max Cotting: «Gegenseitiger Respekt ist das Fundament eines jeden Teams.»
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Wer wie ich in Zermatt aufgewachsen ist oder hier lebt, lernt früh, dass Gastronomie ohne verschiedene Kulturen gar nicht funktionieren würde. Deutsch, Englisch, Französisch – das gehört bei uns im Bergrestaurant Chez Vrony einfach dazu. Wenn die Sprache mal nicht ausreicht, dann hilft eine Geste. Das ist meistens gar kein Problem. Spannend wird es beim Humor. Wir Bergler haben ja oft diese direkte, fast schon ironische Art zu scherzen. Das verstehen Kollegen aus anderen Kulturen nicht immer, und dann entstehen kleine, lustige Missverständnisse, die man schnell auflösen kann.

Konflikte direkt am Tisch klären
Wenn es zu Konflikten kommt, bin ich ein Fan von direkten Gesprächen. Wir setzen uns zusammen und besprechen heikle Themen offen. Aber: Wenn die Emotionen zu hochkochen, ist es sinnvoll, zu sagen: «Hey, wir geben uns jetzt ein paar Tage Zeit.» Mit etwas Abstand findet man meistens eine viel konstruktivere Lösung, die für alle respektvoll ist. Ich war vor kurzem sechs Wochen bei Creation Wines in Südafrika zur Ernte. Dort habe ich gesehen, wie die Besitzer jeder Person mit viel Respekt begegnen. Die Mitarbeitenden entwickeln eine besondere Verbundenheit zum Betrieb. Genau diesen Respekt will ich auch bei uns vermitteln.

Alessandro Grand: «Humor löst Spannungen, und dadurch kann man Standards einfordern.»
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Bei uns im «Marmo» passiert viel zwischen den Zeilen. Klar, wir finden im Englisch eine gemeinsame Sprache oder übersetzen füreinander, aber man orientiert sich oft an den Handgriffen der anderen. Wenn der Wille da ist, sich zu verstehen, dann klappt das auch. Für mich sind eine gute Einführung, regelmässige Meetings und eine offene Kommunikation wichtige Bestandteile der Führung. Zu Beginn der Saison zeigen wir die Abläufe und erklären alle Details. Wenn etwas nicht passt, sprechen wir es sofort an und zeigen konkret, was erwartet wird. Das verhindert, dass Unklarheiten zu grösseren Konflikten auswachsen, und das schafft von Anfang an gemeinsame Standards.

Erfolg beginnt mit einem guten Miteinander
Natürlich entsteht Reibung, wenn unterschiedliche Erwartungen aufeinandertreffen. Mit einer Prise Humor lassen sich Spannungen oft schnell entschärfen. Eine positive Stimmung schafft Vertrauen – und genau darin liegt die Basis für gute Zusammenarbeit. In solchen Momenten sage ich gerne: So fühlt sich Zusammenarbeit richtig an. Auch Gespräche ausserhalb der Arbeit über Musik, Filme oder Essen zeigen, wie viele Gemeinsamkeiten es gibt.

Sarina Zumtaugwald, Max Cotting und Alessandro Grand sind Teil von «Iischi Next Gen», einem Netzwerk von jungen Berufsleuten in Zermatt, Täsch und Randa.

iischi-nextgen.ch


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