Wie können Tourismusbetriebe die Stärken verschiedener Generationen und Kulturen besser nutzen? Diese Frage stand im Zentrum des siebten Roundtables von Equality4Tourism. Rund 40 Vertreterinnen und Vertreter der Schweizer Tourismusbranche trafen sich am 27. Oktober im Hotel Schweizerhof Zürich. Moderiert wurde der Anlass von Janine Bunte, Präsidentin von Equality4Tourism und CEO der Schweizer Jugendherbergen.[RELATED]
Mit den Themen Alter und Kultur erweitert der Verein sein bisheriges Engagement für die Gleichstellung von Frau und Mann. Hintergrund ist unter anderem der Fachkräftemangel, der die Branche vor die Herausforderung stellt, Mitarbeitende unterschiedlicher Herkunft und Altersgruppen zu gewinnen und langfristig zu halten.
Leistungsfähigkeit ist keine Frage des Geburtsjahrs
Thomas Gerber, ehemaliges Geschäftsleitungsmitglied von AXA Schweiz und Experte für die Lebensphase ab 55 Jahren, stellte die Aussagekraft des kalendarischen Alters infrage. Leistungsfähigkeit, Motivation und Lernbereitschaft liessen sich nicht allein am Geburtsjahr festmachen. Entscheidend seien vielmehr die individuellen Lebensumstände und Entwicklungsmöglichkeiten.
Als Praxisbeispiel präsentierte er das von ihm initiierte Programm «AXA Horizon». Es richtet sich an Mitarbeitende ab 55 Jahren und wurde mit dem Swiss HR Award ausgezeichnet.
Weitere Eindrück des Roundtables
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Flexibilität und Wissensaustausch statt Altersgrenzen
In den anschliessenden Diskussionen sammelten die Teilnehmenden konkrete Ansätze für den Umgang mit Vielfalt in Tourismusbetrieben.
Dabei zeigte sich, dass Wertschätzung, Flexibilität, Eigenverantwortung und Wissensaustausch über Altersgrenzen hinweg wichtige Bedürfnisse von Mitarbeitenden sind. Als zielführend wurden Massnahmen beurteilt, die individuelle Lebenssituationen berücksichtigen, statt Beschäftigte aufgrund ihres Alters bestimmten Gruppen zuzuordnen.
Bei der kulturellen Vielfalt standen unterschiedliche Kommunikationsstile, Wertvorstellungen und Arbeitsweisen im Vordergrund. Diese können sowohl innerhalb der Teams als auch im Gästekontakt zu Missverständnissen führen.
Als mögliche Massnahmen nannten die Teilnehmenden interkulturelle Schulungen, einen regelmässigen Erfahrungsaustausch und eine frühzeitige, transparente Kommunikation mit den Gästen.
Am Roundtable wurde zudem Patrick Weber, Head of Diversity, Equity & Inclusion bei AXA Schweiz, als neues Vorstandsmitglied begrüsst. (mm)