Die dritte «Zürich Experience – Summit for Urban Tourism» brachte am Donnerstag im Circle Convention Center am Flughafen Zürich rund 360 Führungskräfte und Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zusammen. Im Zentrum standen wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Akzeptanz sowie die Frage, wie Tourismusunternehmen mit geopolitischen Unsicherheiten und veränderten Gästeerwartungen umgehen.[RELATED]

Den Auftakt machte der Philosoph und Autor Richard David Precht. In seiner Keynote zum «Angststillstand» thematisierte er, wie die Angst vor Fehlern, Kritik und Veränderung Entscheidungen hemmen und Innovation verhindern kann.

Amsterdam als Beispiel

Einen internationalen Blick auf die Tourismusentwicklung brachte die niederländische Place-Branding-Expertin Geerte Udo ein. Sie verantwortete während 17 Jahren das Place Branding der Region Amsterdam und prägte die Marke «I amsterdam». Udo zeigte auf, weshalb Amsterdam vom klassischen Tourismusmarketing zu einem Ansatz wechselte, der die Bedürfnisse der Bevölkerung stärker berücksichtigt.

Die Frage nach den Grenzen des touristischen Erfolgs griff am Nachmittag ein Podium auf. Nationalrat David Roth, Tourismusprofessor Jürg Stettler und Guglielmo L. Brentel, Präsident von Zürich Tourismus, diskutierten über steigende Frequenzen, Nutzungskonflikte, Wertschöpfung und Arbeitsplätze.

«Tourismus kann langfristig nur erfolgreich sein, wenn auch die Menschen davon profitieren, die in einer Destination leben und arbeiten», sagte Brentel. Wirtschaftlicher Erfolg und Lebensqualität dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Geopolitik und künstliche Intelligenz

Auch globale Entwicklungen standen auf dem Programm. Helene Budliger Artieda, Staatssekretärin und Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), ordnete geopolitische Spannungen und deren Bedeutung für die Schweizer Wirtschaft ein. Oliver Buchhofer, COO der Swiss, sprach über das internationale Konzernumfeld und wirtschaftliche Anforderungen.

In Breakout-Sessions befassten sich die Teilnehmenden unter anderem mit geopolitischen Veränderungen, künftigen Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt, künstlicher Intelligenz, veränderten Gästeerwartungen und der Rolle der Gastronomie für Destinationen.

«Wenn wir über die Zukunft des Tourismus sprechen wollen, müssen unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen», sagte Thomas Wüthrich, Direktor von Zürich Tourismus.

Zürich Tourismus lancierte die «Zürich Experience – Summit for Urban Tourism» 2024 als Plattform für die Zukunft des Städtetourismus. Die vierte Ausgabe ist für den 26. August 2027 erneut im Circle Convention Center am Flughafen Zürich geplant. (mm)

Weitere Eindrücke von der «Zürich Experience – Summit for Urban Tourism» 

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