Noch nie wurde so viel über Zukunft gesprochen. Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Fachkräftemangel, geopolitische Unsicherheiten und neue Gästeerwartungen prägen die Diskussionen in Unternehmen, Organisationen und Destinationen. Kaum ein Wirtschaftszweig bleibt davon unberührt. Der Tourismus schon gar nicht.

Gleichzeitig entsteht ein Spannungsfeld: Obwohl die Herausforderungen bekannt sind und der Handlungsbedarf unbestritten scheint, verlaufen Veränderungen oft langsamer als erwartet. Strategien werden entwickelt, Projekte geplant, Visionen formuliert. Doch sobald es konkret wird, geraten viele Vorhaben ins Stocken. Nicht aus Unfähigkeit. Sondern weil Entscheidungsfindungen schwieriger geworden sind.

Wer heute investiert, positioniert oder verändert, bewegt sich in einem Umfeld, das sich laufend verschiebt. Märkte verändern sich schneller, Prognosen werden unsicherer, Erwartungen steigen. Gerade in der Hotellerie ist das spürbar: Gäste wünschen digitale Einfachheit, persönliche Ansprache, nachhaltige Angebote, hohe Qualität und authentische Erlebnisse. Am besten alles gleichzeitig und ohne Brüche.

Das führt zu neuen Komplexitäten für Unternehmen. Sie sollen innovativ sein, ohne beliebig zu werden. Nachhaltiger, ohne an Komfort zu verlieren. Effizienter, ohne Gastfreundschaft zu entmenschlichen. Und wachstumsfähig, ohne die Akzeptanz im Lebensraum zu gefährden.

Die eigentliche Herausforderung besteht deshalb nicht nur darin, die richtigen Antworten zu finden. Sondern Entscheidungen zu treffen, bevor alle Antworten bekannt sind.

Gerade im Tourismus ist das ungewohnt. Die Branche lebt von Qualität, Verlässlichkeit und sorgfältiger Planung. Doch viele der grossen Veränderungen unserer Zeit lassen sich nicht erst dann angehen, wenn jede Unsicherheit beseitigt ist. Das zeigt sich bei künstlicher Intelligenz ebenso wie bei neuen Mobilitätsformen oder nachhaltigen Geschäftsmodellen. Fast alle beschäftigen sich damit. Doch niemand weiss genau, wie die Spielregeln in fünf Jahren aussehen werden.

Die Frage lautet deshalb nicht mehr nur, was sich verändert. Sondern wie Unternehmen und Destinationen handlungsfähig bleiben, wenn Veränderung zum Dauerzustand wird.

Richard David Precht thematisiert den «Angststillstand»
Die «Zürich Experience – Summit for Urban Tourism» bringt Entscheidungsträger:innen, Branchenexperten und Vordenkerinnen zusammen und diskutiert die Zukunft des Tourismus im Spannungsfeld von Innovation, Wandel und gesellschaftlichen Erwartungen. [IMG 2]

Zu den Keynote-Speakern zählt der Philosoph, Publizist und Bestsellerautor Richard David Precht. In seinem Vortrag «Angststillstand» vertritt er die These, dass nicht fehlende Ideen, sondern die Angst vor Fehlern häufig zum grössten Innovationskiller wird. Sie verzögert Entscheidungen, erschwert Veränderungen und kann Unternehmen sowie Gesellschaften daran hindern, ihr Potenzial auszuschöpfen.

Nach seiner viel beachteten Keynote an der Zürich Experience im vergangenen Jahr beleuchtet Precht dieses Jahr neue Perspektiven und liefert Denkanstösse weit über den Tourismus hinaus. Als einer der bekanntesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum beschäftigt er sich seit Jahren mit den grossen Fragen unserer Zeit, von Technologie und Arbeit über Ethik bis hin zu gesellschaftlichem Wandel.

Wer verstehen möchte, welche Erfolgsfaktoren Organisationen in einer Zeit kontinuierlicher Veränderung zukunftsfähig machen, sollte diese Keynote nicht verpassen.
 

Zürich Experience – Summit for Urban Tourism
Donnerstag, 27. August 2026 | The Circle Convention Center, Flughafen Zürich

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