Die Gemeinde Grindelwald hat den Mitwirkungsbericht zur Planung «Ersatz Firstbahn» veröffentlicht. Während der öffentlichen Mitwirkung gingen 90 Eingaben mit über 800 Anträgen ein. Die Rückmeldungen stammen mehrheitlich von Privatpersonen sowie von juristischen Personen, Parteien, Vereinen und Verbänden.
Verlegung Talstation
Rund die Hälfte der Eingaben bezieht sich auf die Verkehrssituation. Kritisch hinterfragt wird insbesondere die geplante Verlegung der Talstation in die Furenmatte. Diese misst die Gemeinde dem Bericht zufolge einem sehr hohen Stellenwert bei. Zahlreiche Mitwirkende bezweifeln jedoch, dass sich dadurch die Verkehrslage im Dorf tatsächlich entspannt.
Gefordert wird ein übergeordnetes Verkehrskonzept für Grindelwald und die Lütschinentäler. Der Gemeinderat teilt die Einschätzung, dass Einzelmassnahmen nicht ausreichen. Unter Federführung der Gemeinde läuft deshalb ein separates Dialogverfahren, aus dem ein Gesamtverkehrskonzept entstehen soll. Dessen Ergebnisse sollen, wenn möglich, in die weitere Planung einfliessen.
Weitere Kritikpunkte Bodmi
Weitere Kritikpunkte betreffen das Vorgehen bei der Variantenprüfung, Eingriffe ins Grundeigentum sowie Umwelt- und Landschaftsfragen. Der Gemeinderat hält fest, dass Linienführung und Bahnsystem aufgrund verkehrtechnischer, raumplanerischer und betrieblicher Kriterien gewählt worden seien. Die Umweltverträglichkeitsprüfung folge erst im späteren Plangenehmigungsverfahren.
Als direkte Folge der Mitwirkung wird die Idee einer neuen Sesselbahn Isch–Bodmi nicht weiterverfolgt. Begründet wird dies unter anderem mit klimatischen Entwicklungen.
Als nächste Schritte sind die Anpassung der Planungsunterlagen sowie die kantonale Vorprüfung vorgesehen. Danach folgen öffentliche Auflage und Beschlussfassung an der Gemeindeversammlung. (keystone-sda)