Die Entwicklungen im Nahen Osten und Einschränkungen im internationalen Flugverkehr beschäftigen derzeit auch die Tourismusbranche. In Interlaken sind die Auswirkungen bislang jedoch begrenzt.[RELATED]

Die Tourismusorganisation beobachtet zwar eine gewisse Unsicherheit bei Gästen, eine grössere Stornierungswelle sei bisher jedoch ausgeblieben. Reisen würden teilweise kurzfristig angepasst oder verschoben, die Nachfrage bleibe aber bestehen.

Tourismusdirektor Daniel Sulzer ordnet die Lage ein: «Der Tourismus reagiert besonders sensibel auf geopolitische Entwicklungen.» Dank der breiten internationalen Gästestruktur und der kontinuierlichen Marktbearbeitung sei Interlaken jedoch «gut aufgestellt, um Nachfrageverschiebungen einzelner Märkte abzufedern».

Flugverkehr über Golf-Drehkreuze betroffen
Die Einschränkungen im internationalen Flugverkehr betreffen wichtige Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi oder Doha. Viele Flugverbindungen zwischen Europa und Asien führen über diese Hubs.

Gestrichene oder umgeleitete Flüge, geringere Kapazitäten sowie steigende Ticketpreise können deshalb auch Fernmärkte indirekt beeinflussen. Dazu zählen etwa Asien, Indien, Australien oder die Golfstaaten. Fünf der zehn wichtigsten Herkunftsmärkte des Interlakner Tourismus liegen in diesen Regionen.

Nach Angaben von Interlaken Tourismus zeigen erste Fluggesellschaften jedoch bereits Anzeichen einer schrittweisen Normalisierung des Flugbetriebs.

Ramadan dämpft Reiseaktivität
Aus dem arabischen Raum sind derzeit nur begrenzte Auswirkungen zu beobachten. Während des Ramadans ist die Reisetätigkeit traditionell geringer.

Reiseentscheidungen für Europa und die Schweiz würden erfahrungsgemäss erst nach dem Ende der Fastenzeit vermehrt getroffen, heisst es bei Interlaken Tourismus. Die aktuelle Einschätzung sei allerdings nur eine Momentaufnahme, für verlässlichere Aussagen sei es noch zu früh. (keystone-sda)