Die eingeschränkten Flugverbindungen über die Golfstaaten führen zu einem Rückgang von Buchungen aus wichtigen Fernmärkten. «Kurzfristig führt diese Situation zu einem Rückgang der Buchungen», sagte Christian Hürlimann, Direktor von HotellerieSuisse.[RELATED]

Betroffen sind nicht nur Gäste aus den Golfstaaten selbst. Viele Reisende aus Asien oder Australien gelangen über die grossen Drehkreuze in Abu Dhabi, Dubai oder Doha in die Schweiz. Der teilweise stillgelegte Flugbetrieb wichtiger Golf-Airlines schränkt das Angebot derzeit deutlich ein. Zudem dämpfen geopolitische Spannungen generell die Reiselust.

Kaufkräftige Gäste
Trotz ihres vergleichsweise kleinen Anteils am Gesamtmarkt sind Gäste aus den Golfstaaten wirtschaftlich bedeutend. Im Jahr 2025 entfielen laut Bundesamt für Statistik (BFS) rund 813'700 Logiernächte auf Reisende aus dieser Region. Das entspricht 1,9 Prozent aller Logiernächte in der Schweiz.

Die Gäste gelten als besonders ausgabefreudig. Durchschnittlich geben sie rund 400 Franken pro Person und Tag aus. Der Durchschnitt aller Reisenden liegt bei etwa 187 Franken. Fast ein Drittel der Gäste aus den Golfstaaten übernachtet zudem in Fünfsternehotels, während es über alle Märkte hinweg rund acht Prozent sind.

Erste Stornierungen
Besonders exponiert sind Genf und das Berner Oberland. Beide Regionen zählen seit Jahren zu den bevorzugten Reisezielen von Gästen aus Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Oman.

Erste Stornierungen werden laut HotellerieSuisse bereits registriert. Wie stark die Auswirkungen ausfallen, hängt jedoch davon ab, wie lange die aktuelle Situation anhält und wann sich der internationale Flugverkehr normalisiert.

Auch die Innerschweiz spürt erste Folgen. Die Bergbahnen am Titlis meldeten Stornierungen von Gästen aus dem Nahen Osten und aus Indien. Wegen der angespannten Lage im internationalen Flugverkehr rechnen sie in den kommenden Wochen mit weniger Besuchenden aus Teilen der arabischen Welt sowie aus Indien und anderen asiatischen Märkten.

Hoffnung auf Erholung
Schweiz Tourismus rechnet derzeit mit einer leicht gedämpften Hochsaison aus den Golfstaaten und einigen Regionen Asiens. Besonders Märkte, die stark von den Golf-Hubs abhängig sind und sensibel auf Sicherheitsfragen reagieren, könnten zurückhaltender reisen.

HotellerieSuisse ermutigt die Betriebe, zusätzliche Herkunftsmärkte zu prüfen. «Es ist schwierig, den Verlust vollständig zu kompensieren», sagte Hürlimann. Gleichzeitig zeigt er sich vorsichtig optimistisch. Erfahrungen aus früheren geopolitischen Krisen hätten gezeigt, dass sich Tourismusmärkte oft rasch erholen, sobald sich die Lage stabilisiert. (keystone-sda)