Mit der «Rotair» hatten die Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis dem Berg zusätzliche Attraktiviät verleihen können. Da der Fussboden der Grossraumgondel sich während der fünfminütigen Fahrt zwischen Stand und Titlis ein Mal um 360 Grad dreht, erhalten die Passagiere das komplette Rundum-Panorama zu sehen.

Bei der neuen Kabine dreht sich nicht nur der Boden, sondern die ganze Gondel, wie der Seilbahnbauer Garaventa am Freitag mitteilte. Der neue Drehmechanismus befindet sich auf dem Dach: Die Kabine läuft auf Rädern, die in einer Rundschienen geführt werden. Damit kann auf die platzraubende Mittelkonsole verzichtet werden.

Die restlichen seilbahntechnischen Einrichtungen werden von der alten «Rotair»-Bahn übernommen. Das Gesamtgewicht der Kabine durfte deshalb nicht erhöht werden. Die Luftseilbahn transportiert nicht nur Menschen auf den Titlis, sondern mit integrierten Tanks auch Wasser für das Gipfelrestaurant.

Wie Garaventa schreibt, hätte bereits 1992 eine Kabine gebaut werden sollen, bei der sich nicht nur der Boden, sondern die ganze Gondel dreht. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) legte aber damals das Veto ein.

Dank ihres Erfolges wurde das «Rotair» Konzept auch von anderen Bahnen übernommen. Garaventa nennt in der Mitteilung den Table Mountain in Südafrika und Palm Springs in Kalifornien.

In der Zentralschweiz suchten nach den Titlis-Bahnen auch andere Bahnbetreiber nach ausgefallenen Kabinenkonzepten. Auf das Stanserhorn fährt seit 2012 die «Cabrio»-Bahn, eine doppelstöckige Kabine mit offenem Oberdeck. Die Pilatus-Bahnen bauen zur Zeit eine neue Luftseilbahn, deren cockpitähnliche Kabine den Passagieren das Gefühl des Schwebens vermitteln soll. (sda/htr/ad)