Die Botschaft der Vereinsversammlung ist klar: Sichtbarkeit allein genügt nicht mehr. St. Gallen-Bodensee Tourismus will künftig genauer nachweisen, was Veranstaltungen, Kampagnen und Angebote tatsächlich bringen. Mehrfach spricht die Organisation von «messbarer Wirkung», von Vertrieb und Wertschöpfung. Das ist mehr als eine sprachliche Nuance. Es ist ein Strategiewechsel.[RELATED]

Verlust trotz Mehrertrag
Denn obwohl die Hotellerie 2025 um 2,2 Prozent zulegte, Grossanlässe zusätzliche Frequenzen brachten und die Erträge der Tourismusorganisation über dem Vorjahr liegen, schliesst die Jahresrechnung mit einem Verlust. Ausgelöst durch einen höheren, projektbedingten Betriebsaufwand. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an sie. Projekte sollen Gäste anziehen, digitale Angebote funktionieren und Veranstaltungen wirtschaftliche Effekte auslösen.

Concention Bureau mit Wertschöpfung in Millionenhöhe
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung beim Kongressgeschäft. Das Convention Bureau vermittelte laut Mitteilung über 3'000 Logiernächte und errechnete daraus einen regionalen Effekt von mehr als elf Millionen Franken. Zahlen wie diese erhalten im neuen Kurs besonderes Gewicht.

Digitale Weiterentwicklung
Der 2025 lancierte Digital Guide entwickelt sich positiv. Gäste erhalten Informationen direkt aufs Smartphone, Gastgeberinnen und Gastgeber bespielen die Plattform unabhängig. Die persönliche Beratung wird durch die Infos auf der App ergänzt, teilweise auch ersetzt. Auch der digitale Marktplatz entwickelte sich weiter: Die Anzahl Transaktionen stieg gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent.

Hinzu kommt die engere Verbindung zwischen Tourismus, Veranstaltungen und Standortpolitik. Ob UEFA Women’s EURO 2025, Olma oder regionale Feste: Grossanlässe werden zunehmend als gemeinsame Bühne für Stadt und Region verstanden.

Ab Juli übernimmt Livio Götz die operative Leitung von St.Gallen-Bodensee Tourismus. Er tritt in einer Phase an, in der touristische Aufmerksamkeit allein offenbar nicht mehr reicht. (mm/bb)