Fallen Ferienreisende nicht unangenehm auf, wird der Tourismus von den Einheimischen eher akzeptiert. Die Tourismusbranche setzt deshalb auf eine Kampagne, die den Gästen zeigt, wie es in der Schweiz läuft. 

Der Schweizer Tourismus lancierte im April die Kampagne «Travel with care. Leave with memories»» Sie soll Gäste mit einfachen Verhaltensregeln für die Bedürfnisse der Einheimischen sensibilisieren. Ziel ist es, Spannungen zwischen der Bevölkerung und der Tourismusindustrie abzubauen. 

Verhaltensregeln für mehr Rücksicht

Viele der Verhaltensregeln sind Selbstverständlichkeiten, die jedoch auch von den Einheimischen nicht immer gelebt werden. Gemäss der Kampagne wird in der Schweiz im Zug das Gepäck nicht auf dem Sitz deponiert, beim Einsteigen wird nicht gedrängelt und kein Abfall liegengelassen. Auch wird empfohlen, Personen vor dem Fotografieren um ihr Einverständnis zu bitten und Privatgrundstücke nicht ohne Erlaubnis zu betreten.

Destinationen setzen Kampagne um

Mehrere Schweizer Tourismusdestinationen haben die Kampagne bereits in ihre Kommunikation integriert. In Lauterbrunnen wurden als erste Massnahme verschiedene Plakate aufgehängt. Die Gäste hätten diese positiv wahrgenommen, so Marc Ungerer, Geschäftsführer der Jungfrau Tourismus AG. 

Luzern Tourismus AG hat die Kampagne auf die Region Vierwaldstättersee angepasst, wie Sprecherin Sibylle Gerardi erklärt. Flyer wurden gedruckt und in Hotels an der Réception sowie an Informationsschaltern aufgelegt. Zudem steht digitales Kommunikationsmaterial zur Verfügung.

Auch Basel Tourismus setzt die Kampagne nach Angaben von CEO Letizia Elia an relevanten Kontaktpunkten um. Geplant ist unter anderem die Einbindung in den Basler Weihnachtsmarkt sowie auf den digitalen Kanälen von Basel Tourismus. [RELATED]

Positive Resonanz

Die Rückmeldungen fallen laut den beteiligten Destinationen bislang positiv aus. Konkrete Reaktionen gebe es zwar noch kaum, was von den Verantwortlichen eher als gutes Zeichen gewertet wird. Die langfristige Wirkung der Sensibilisierungsmassnahmen lasse sich erst mit der Zeit beurteilen.

In Grindelwald und Lauterbrunnen seien in der intensiven Sommerzeit Betreuerinnen und Betreuer angestellt, die direkt vor Ort über die Region und die Verhaltensregeln informierten, erklärt Ungerer. Solche Massnahmen seien in der Vergangenheit von der Bevölkerung geschätzt worden.

Langfristig Wirkung erzielen

Die Tourismusorganisationen sehen den Vorteil insbesondere darin, dass es sich um eine nationale Kampagne handelt, an der verschiedene Destinationen teilnehmen. Dadurch entstehe ein Wiedererkennungseffekt, und die Botschaften erreichten die Gäste bereits während ihrer Anreise.

Entscheidend sei zudem, den richtigen Ton zu treffen. Die Hinweise sollten verständlich und respektvoll formuliert sein und nicht belehrend wirken. Gleichzeitig brauche es einen langfristigen Einsatz der Kampagne, um nachhaltige Wirkung zu erzielen. Neben der Sensibilisierung der Gäste sei auch der Dialog mit der lokalen Bevölkerung wichtig, damit das Verständnis für den Tourismus auf beiden Seiten gestärkt werde. (keystone-sda)