Im Herbst 2021 war die Erleichterung am Brienzer Rothorn gross. Die historische Dampfbahn beendete ihre zweite Saison unter Corona-Bedingungen mit 145’769 registrierten Frequenzen. Das waren knapp zwölf Prozent mehr als 2020 und nur rund neun Prozent weniger als vor der Pandemie. Es war ein Schritt zurück zur Normalität. [RELATED]
Schweizer Gäste tragen die Erholung
Entscheidend waren damals die Gäste aus dem Inland. Besonders auffällig war die wachsende Nachfrage aus der Romandie. Gleichzeitig kehrten erste Individualreisende aus den Nachbarländern und den Golfstaaten zurück. Gruppenreisen blieben selten. Wie fragil das Geschäft war, zeigte der kalte, nasse Juli, der die Bahn mehr als 10’000 Frequenzen kostete.
Ein anderes Bild bot das Berghaus Rothorn Kulm. Es erzielte 2021 einen Übernachtungsrekord und erreichte beim Umsatz wieder das Vorkrisenniveau. Übernachten auf dem Berg gewann an Bedeutung.
Rückblick-Serie
Was beschäftigte die Schweizer Hotellerie und den Tourismus vor fünf Jahren? In der Serie «Heute vor fünf Jahren» greift die htr hotelrevue ausgewählte Meldungen aus ihrem Archiv auf und ordnet sie aus heutiger Sicht ein.
Nach dem Unwetter folgt der Aufschwung
Fünf Jahre später hat sich der Blick auf die damalige Erholung verändert. Im August 2024 beschädigte ein Unwetter grosse Teile der Bahnstrecke und beendete die Saison vorzeitig. Erst im Juni 2025 konnten die Züge wieder bis zum Gipfel fahren. Umso bemerkenswerter fiel die Jahresbilanz aus: 261’722 beförderte Personen, mehr als 10 Millionen Franken Umsatz inklusive Berghaus und weiterer Erträge. Das war der höchste Umsatz der Unternehmensgeschichte. Die Geschichte der vergangenen Jahre zeigt, wie schnell sich die Herausforderungen für einen Bergbahnbetrieb verschieben können. (htr/grb)