Der globale Wellness-Tourismusmarkt erreichte 2025 laut Global Wellness Institute rund 989,7 Milliarden US-Dollar. Bis 2035 soll er auf über 1,7 Billionen US-Dollar wachsen, heisst es in dem Report «Food and Well-being» der EHL. Bereits 2023 wurden weltweit über eine Milliarde Wellness-Reisen gezählt.
Für die Schweiz ist dieser Trend besonders relevant. Alpine Landschaften, Thermalquellen und hohe Servicequalität schaffen gute Voraussetzungen, Wellness-Gäste anzuziehen. Wellness-Gäste gelten zudem als ausgabefreudig und tragen überdurchschnittlich zur Wertschöpfung bei.
Anspruchsvollere Gäste
Meng-Mei Chen, Associate Professor an der EHL Hospitality Business School Lausanne, führt die steigende Nachfrage auf Pandemieerfahrungen, ständige Erreichbarkeit und veränderte Lebensmodelle zurück. Jüngere Generationen suchten aktiv nach Wohlbefinden, ältere nach Langlebigkeit.
Reisende erwarteten individuelle Lösungen statt Standardprogramme. «Gäste wollen personalisierte Angebote», hält Chen fest. Für Schweizer Hotels bedeutet dies, Programme stärker auf unterschiedliche Bedürfnisse und Preissegmente auszurichten.
Valentina Clergue, Associate Professor an der EHL Hospitality Business School Lausanne, betont, dass Wohlbefinden nicht zwingend teuer sein müsse. «Schlaf, Bewegung und digitale Auszeiten kosten wenig», so Clergue. Die Branche müsse vermeiden, Wellness ausschliesslich als Luxusprodukt zu positionieren.
Vom Spa zum Gesamtkonzept
Viele Schweizer Betriebe verfügen über Spa- und Fitnessbereiche. Künftig könnte Wellness bereits bei der Planung neuer Häuser beginnen. Biophiles Design mit Naturmaterialien, akustisches Wohlbefinden und gezielte Ruhezonen gewinnen an Bedeutung.
Statt punktueller Zusatzangebote rückt Experience-Design in den Fokus. Dazu gehören Schlafoptimierung, Recovery-Angebote oder gemeinschaftliche Formate, die soziale Interaktion fördern. So wird Wellness Teil der strategischen Positionierung.
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Nachhaltige Wirkung?
Retreats können Impulse geben. Ob daraus langfristige Veränderungen entstehen, hängt von der Integration in den Alltag ab. Wellnessreisen wirken eher als Ausgangspunkt denn als dauerhafte Lösung.
Der Global Wellness Summit sieht für 2026 den Trend weg von radikaler Selbstoptimierung hin zu Genuss und emotionaler Regeneration. Für die Schweizer Hotellerie eröffnet dies Chancen, Natur, Gesundheit und Gastfreundschaft stärker miteinander zu verknüpfen.
