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Dossier: Investitionen
Das Dossier zum Thema:

Investitionen

Publiziert am 12. Oktober 2026

Mut. Millionen.Möglichkeiten.Machbarkeit.

Hotelprojekte brauchen Zeit und viel Kapital. Doch selbst wenn be…
Publiziert am 12. Oktober 2026

Die Logik hinter dem Investment

Bauen lässt sich vieles. Doch was ist langfristig tragbar? Hotelp…
Publiziert am 08. Oktober 2026

Die unterschätzten Investitions-Hotspots

43,9 Millionen Logiernächte, steigende Hotelwerte und überraschen…
Publiziert am 07. Oktober 2026

Wenn aus Schieflage Insolvenz wird

Wenn die Zahlen eines Hotels unter Druck geraten, entscheidet die…
Publiziert am 06. Oktober 2026

Die Pensionskasse checkt im Hotel ein

Direkte Hotelanlagen sind bei Schweizer Pensionskassen selten. Da…
Publiziert am 06. Oktober 2026

Was darf ein Hotel kosten?

Ein eigenes Hotel verspricht mehr unternehmerische Freiheit. Doch…
Publiziert am 06. Oktober 2026

Hotels neu bewertet

René-Ojas Woltering, Associate Professor an der EHL, erklärt, war…
Publiziert am 02. Oktober 2026

Hotelinvestition: Finanziert wird das Konzept, nicht das Gebäude

Millioneninvestition, Toplage, starke Architektur und trotzdem ke…
Publiziert am 30. September 2026

Umbauen oder neu bauen?

Ehemalige Industriegebäude, Kinos oder andere Liegenschaften werd…
Publiziert am 29. September 2026

Kleinere Hotels setzen auf Qualität statt Spielereien

Clever planen. Eine Klimaanlage kann die Gästezufriedenheit steig…
Publiziert am 28. September 2026

Vom Familienbetrieb zum 85-Millionen-Projekt

Wie weiter mit dem Hotel Delfino? 3-Sterne-Hotelier Federico Haas…
Publiziert am 23. September 2026

MWST-Sondersatz wird zur Investitionsfrage

Hohe Baukosten, lange Verfahren und regulatorische Vorgaben belas…
Investition, Hotelinvestition, Kapital
Bild: iStock

Dossier: Investitionen

Mut. Millionen.Möglichkeiten.Machbarkeit.

Hotelprojekte brauchen Zeit und viel Kapital. Doch selbst wenn beides vorhanden ist, ist der Weg zur Eröffnung nicht garantiert. Wir zeigen, was Investitionen heute möglich macht und was sie ausbremsen kann.

Kapitalbedarf

Die Logik hinter dem Investment

Bauen lässt sich vieles. Doch was ist langfristig tragbar? Hotelprojekte verlangen einen klaren Blick auf Ertrag, Finanzierung und Risiken.
Devenish Nora
Nora Devenish
Hotelfinanzierung, Hotelinvestment Schweiz, Hospitality Investment Club, SHIC, Ertragswert, Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit, SGH, Basel III, Debt Funds, Kreditmarkt Schweiz, Hotelimmobilien, Fremdkapital Hotellerie
Bei Hotelinvestitionen setzt der Ertrag die Grenze: Baukosten, Miete und Finanzierung müssen sich langfristig aus dem Betrieb tragen lassen.
Bei Hotelinvestitionen setzt der Ertrag die Grenze: Baukosten, Miete und Finanzierung müssen sich langfristig aus dem Betrieb tragen lassen. Bild: iStock
Bild: iStock

Ein schönes Hotel ist noch lange kein gutes Investment. Architektur, Lage und Konzept können überzeugen. Doch am Ende muss die Rechnung aufgehen. Was Eigentümer investieren, Betreiber als Miete übernehmen und Kreditgeber finanzieren, muss letztlich der Betrieb tragen.

Der Ertrag setzt die Grenze

Hohe Baukosten allein rechtfertigen noch keine hohe Finanzierung. Kreditgeber orientieren sich am Ertragswert. Für…

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Hotelmarkt im Wandel

Die unterschätzten Investitions-Hotspots

43,9 Millionen Logiernächte, steigende Hotelwerte und überraschendes Investitionspotenzial: Der «Hospitality Report 2026» sieht den Schweizer Hotelmarkt vor einem strukturellen Wandel.
Gaston Haas
Gaston Haas
Schweizer Hotellerie, Hotelinvestitionen, Hotelimmobilien, Hospitality Report 2026, Wüest Partner, Hotelmarkt Schweiz, Ferienwohnungen
Die Schweizer Hotellerie wächst weiter – zugleich verschieben sich Investitionen zunehmend in neue Standorte und Betriebsmodelle.
Die Schweizer Hotellerie wächst weiter – zugleich verschieben sich Investitionen zunehmend in neue Standorte und Betriebsmodelle. Bild: istockphoto
Bild: istockphoto
Schweizer Hotellerie, Hotelinvestitionen, Hotelimmobilien, Hospitality Report 2026, Wüest Partner, Hotelmarkt Schweiz, Ferienwohnungen
Bild: zvg
Bild: zvg

Die Schweizer Hotellerie eilt von Rekord zu Rekord. 2025 wurden mit 43,9 Millionen Logiernächten bereits zum dritten Mal in Folge Höchstwerte erzielt. Zimmerpreise, Auslastung und die Werte der Hotelimmobilien steigen. Doch der neue «Hospitality Report Schweiz 2026» von Wüest Partner zeigt: Hinter den glänzenden Zahlen verändert sich der Markt grundlegend, insbesondere dort, wo künftig investiert wird. [RELATED]

Die…

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Betriebssanierung

Wenn aus Schieflage Insolvenz wird

Wenn die Zahlen eines Hotels unter Druck geraten, entscheidet die Ursache über den nächsten Schritt. Wer vorschnell neues Geld ins Spiel bringt, löst das eigentliche Problem womöglich nicht.
Devenish Nora
Nora Devenish
Swiss Hospitality Investment Club, SHIC, Hotelsanierung, Hotelfinanzierung, SGH, Giles Zollinger, Jochen Weishaupt, Tristar, Bettina Heinzmann, UBS Fund Management, Thiemo Willms, Accor, Hotelkrise, Restrukturierung Hotellerie
Gerät ein Hotel finanziell unter Druck, ist eine frühe Diagnose zentral: Liquiditäts-, Ertrags- und Strukturprobleme verlangen unterschiedliche Massnahmen.
Gerät ein Hotel finanziell unter Druck, ist eine frühe Diagnose zentral: Liquiditäts-, Ertrags- und Strukturprobleme verlangen unterschiedliche Massnahmen. Bild: iStock
Bild: iStock

Die Zahlen werden schlechter, Verpflichtungen lassen sich zunehmend schwieriger erfüllen. Und trotzdem ist noch nicht klar, wie ernst die Lage tatsächlich ist. Für Hotels in Schieflage ist dies heikel. Eine vorübergehende Liquiditätslücke verlangt andere Massnahmen als ein Betrieb, der dauerhaft zu wenig verdient.

Für Giles Zollinger, Leiter Finanzierung bei der SGH, ist zunächst die Diagnose entscheidend: «Haben…

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Hotelinvestment

Die Pensionskasse checkt im Hotel ein

Direkte Hotelanlagen sind bei Schweizer Pensionskassen selten. Das 38-Millionen-Projekt in Chur zeigt, warum Vorsorgeeinrichtungen trotz regulatorischer Hürden und Betreiberrisiken in die Beherbergung investieren.
Blanca Burri
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Pensionskasse Graubünden, PKGR, Chur, Hotelimmobilien, Pensionskassen, Hotelinvestments, Norbert Hörburger, Stadthotel
Das Stadthotel entsteht an der Kasernenstrasse in Chur. Die Eröffnung ist für 2028 geplant.
Das Stadthotel entsteht an der Kasernenstrasse in Chur. Die Eröffnung ist für 2028 geplant. Bild: zvg
Bild: zvg

Die Pensionskasse Graubünden (PKGR) plant in Chur einen 38-Millionen-Franken-Bau mit 27 Wohnungen und 67 Hotelzimmern. Das Baurecht für das Areal zwischen Bahnhof, Brambrüesch-Bahnen und Altstadt erwarb sie 2013. Ursprünglich waren grossflächiger Detailhandel und Wohnraum vorgesehen, Einsprachen verzögerten das Projekt jedoch bis 2019.

Dass ein neues Angebot den Wettbewerb verschärft, gehört zum Markt.
Norbert Hörburger, Co-Geschäftsführer Hotelinvest

«Durch den Strukturwandel in den letzten Jahren erwies sich das ursprüngliche Retailkonzept als nicht mehr marktfähig», sagt Benno Patt, Leiter Immobilienanlagen bei der PKGR. Strenge Lärmschutzauflagen schränkten zudem eine reine Wohnnutzung ein. Laut «Hospitality Report 2025» von Wüest Partner haben neue Hotelkonzepte in Chur gute Chancen. Die PKGR entschied sich deshalb für ein Hotel entlang der verkehrsreichen Kasernenstrasse, das zugleich die Wohnungen vor Lärm schützt. Der Betreiber wird noch nicht genannt, die Eröffnung ist für 2028 vorgesehen.[RELATED]

Nationale Einordnung

Norbert Hörburger ist Co-Geschäftsführer des privaten Beratungsunternehmens Hotelinvest GmbH und Professor an der Fachhochschule Graubünden. Als Teilzeitangestellter der Fachhochschule ist er selbst bei der PKGR versichert. Er ordnet ein: «Direkter Hotelbesitz durch Pensionskassen hat in der Schweiz Seltenheitswert.» Pensionskassen dürfen in Hotelimmobilien investieren. Als Betreiberimmobilien bergen sie jedoch ein besonderes Risiko: Gerät der Pächter in Schwierigkeiten, drohen Mietausfälle. Entsprechend wichtig sind finanzstarke Betreiber, langfristige Verträge und Sicherheiten.

Hotelanlagen von Schweizer Pensionskassen
Diese Hotelimmobilien und Neubauprojekte befinden sich im direkten Besitz von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen:

 Tailormade Hotel Leo St. Gallen: Gehört der Pensionskasse der Stadt St. Gallen. Der Neubau wurde über die Aurora-Anlagestiftung realisiert. Das Hotel mit 101 Zimmern wird von der Schatz AG betrieben.

Kurve Apartments & Lounge, Adelboden: Im Besitz der Prosperita-Stiftung für die berufliche Vorsorge, Bern. Touristisches Serviced-Apartment-Konzept mit 38 Zimmern, betrieben von der Fewo Adelboden AG.

Stadthotel in Chur: Eigentum der Pensionskasse Graubünden, Baustart 2026, Eröffnung 2028. Geplant sind 27 Mietwohnungen und ein Hotel mit 67 Zimmern. Betreiber noch nicht öffentlich bekannt.

Projekt «Letziterrassen», Zürich-Altstetten: Eigentum der CPV/CAP Pensionskasse Coop. Geplant ist ein Hochhaus von Herzog & de Meuron mit 140 Mietwohnungen und knapp 200 Hotelzimmern. Eröffnung 2030. Betreiber noch nicht öffentlich bekannt.

Wird der Wettbewerb verzerrt?

Vereinzelt stösst das Engagement der PKGR in der Churer Hotellerie auf Kritik. Anlass dafür sind vor allem die unterschiedlichen finanziellen Voraussetzungen. Eine Vorsorgeeinrichtung könne langfristiger und mit tieferen Renditeerwartungen kalkulieren als ein familiengeführter Hotelbetrieb, lautet der Einwand. Dadurch könne ein Hotelprojekt entstehen, das sich für einen privaten Investor nicht rechnen würde. Hinzu kommt die besondere Stellung der PKGR. Als kantonal verankerte Vorsorgeeinrichtung verwaltet sie das Vorsorgevermögen ihrer Versicherten, darunter zahlreiche Kantonsangestellte. Kritiker stellen deshalb die Frage, ob sie mit diesem Kapital unmittelbar in Konkurrenz zu privatwirtschaftlichen Betrieben treten soll.

Tatsächlich unterscheiden sich die Renditeerwartungen. Die PKGR rechnet beim Churer Hotel mit rund 3 Prozent. Bei Vermietungen an Retail oder bei anderen gewerblichen Nutzungen liegen sie laut dem Hotelimmobilienexperten Hörburger eher bei 5 bis 6,5 Prozent. Eine Wettbewerbsverzerrung sieht er darin jedoch nicht. Grundsätzlich habe eine Pensionskasse die Aufgabe, das Kapital ihrer Versicherten langfristig anzulegen. «Dass ein neues Angebot den Wettbewerb verschärft, gehört zum Markt», sagt er. Er zieht den Vergleich mit einem Einkaufszentrum, in das eine Pensionskasse investiert: Auch dort konkurriere das neue Angebot beispielsweise mit bestehenden Geschäften in der Altstadt.

Hohe Nachfrage nach Hotelzimmern

Für den Churer Hotelmarkt erwartet Norbert Hörburger durch die zusätzlichen 67 Zimmer keine gravierenden Folgen. Die Logiernächte entwickelten sich seit Jahren positiv, ein neues Hotel könne zusätzliche Gäste anziehen. Ähnlich beurteilt Jago Leyssens, Präsident von HotellerieSuisse Chur und Umgebung, die Situation. Die Nachfrage sei hoch, es habe «gut Platz für ein zusätzliches Haus».

Hörburger verweist zudem auf die regionale Wertschöpfung: Bereits beim Bau profitierten lokale Unternehmen und Handwerksbetriebe, später kämen Lieferanten und weitere Dienstleister hinzu. «Es stärkt die ganze Wertschöpfungskette.»

Für die PKGR zählt beim Projekt nicht allein die Rendite. Als institutionelle Investorin wolle sie einen Beitrag zur wirtschaftlichen Stadtentwicklung leisten, sagt Benno Patt. Mit dem Hotel investiere sie dort, wo ihre Versicherten lebten und arbeiteten, und schaffe gleichzeitig eine langfristige Anlage. «Wir können mit unserer Investition auch die touristische Infrastruktur in Chur stärken», so Patt.

Milliardenverlust zeigt Risiken bei Hotelinvestments

Welche Risiken konzentrierte Anlagen von Vorsorgegeldern bergen, zeigt das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin, bei dem rund 11 000 Zahnärztinnen und Zahnärzte pflichtversichert sind. Nach vorläufigen Schätzungen drohen ihm Verluste von rund 1,1 Milliarden Euro bei einem ursprünglichen Anlagevermögen von rund 2,2 Milliarden Euro. Rund 200 Millionen Euro soll das Versorgungswerk laut «Handelsblatt» über Darlehen und Beteiligungen in die inzwischen insolvente Düsseldorfer 12.18. Investment Management GmbH investiert haben. Zu deren Portfolio gehörten Luxushotels und Resorts auf Ibiza, Sardinien und Sylt.

Für Hotelimmobilienexperte Norbert Hörburger ist der Fall ein abschreckendes Beispiel. Nicht Hotelanlagen an sich seien das Problem, sondern mangelnde Risikostreuung, ungenügende Prüfung und ungeeignete Partner.

Verkauf

Was darf ein Hotel kosten?

Ein eigenes Hotel verspricht mehr unternehmerische Freiheit. Doch beim Kauf treffen Immobilienwert, Ertragskraft und Finanzierung aufeinander. Wann geht die Rechnung für Eigentümer und Betreiber auf?
Martin Studer
Hotelkauf, Hotelfinanzierung, Hotelimmobilien, Hotelbewertung, Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit, Due Diligence, Ertragswert, Eigentum
Ob sich der Kauf rechnet, hängt von Ertragskraft, Kaufpreis und Finanzierung ab.
Ob sich der Kauf rechnet, hängt von Ertragskraft, Kaufpreis und Finanzierung ab. Bild: iStock
Bild: iStock

Ein Hotelier kann jahrelang erfolgreich einen Betrieb führen, ohne dass ihm das Gebäude gehört. Als Mieter oder Pächter trägt er das operative Risiko, während die Immobilie im Eigentum eines Dritten bleibt. Der Schritt vom Betreiber zum Eigentümer kann attraktiv sein.

Mietmodelle bestehen häufig aus einer Mindest- und einer Umsatzmiete. Wird die Schwelle für die Umsatzmiete nicht erreicht, bleibt die Mindestmiete trotzdem geschuldet, auch wenn geopolitische Entwicklungen, eine Pandemie oder Währungsschwankungen das Geschäft belasten. Wetter, Währung und Wirtschaft, die oft genannten drei W, liegen auf der Risikoseite des Mieters.

Ein attraktives Hotel ist nicht zwingend eine gute Investition. Kaufpreis, Ertragskraft und notwendige Investitionen müssen zusammenpassen. Finanziert wird, was wirtschaftlich tragbar ist.

Mit dem Kauf ändern sich die Verhältnisse. Betrieb und Immobilie kommen in eine Hand, dafür übernimmt der Hotelier zusätzlich das Immobilien- und das Finanzierungsrisiko. Und er muss eine Frage beantworten, die einfacher klingt, als sie ist: Was darf das Hotel kosten?

Das Wunschhotel gibt es selten

Am Anfang steht meist eine klare Vorstellung. Standort und Destination, Saison- oder Ganzjahresbetrieb, Sternekategorie, Gastronomieangebot, Positionierung, Zimmerzahl und Umsatzstruktur bestimmen das Suchprofil. Ebenso relevant ist, ob ein Hotel betreiberfrei oder vermietet übernommen werden soll.

Ein mögliches Profil wäre ein Ganzjahresbetrieb in einer A- oder B-Stadt an guter Lage: zwei bis vier Sterne, mindestens 80 Zimmer vergleichbaren Standards, limitierte Gastronomie und mehr als 70 Prozent des Umsatzes aus dem Logement. Garage oder Parkplätze sind vorhanden, eine Hotelkette kommt als Franchisepartner infrage. Bei einem vermieteten Haus spielen zusätzlich die Bonität des Mieters sowie Dauer und Ausgestaltung des Mietvertrags eine Rolle.

Nach vergleichbaren Kriterien suchen auch Immobilienfonds von Banken oder Pensionskassen, Private-Equity-Unternehmen und Family Offices. Doch Angebot und Wunschprofil passen häufig nicht zusammen.

Per Juli 2026 zählte die Schweizer Hotellerie gemäss Bundesamt für Statistik 4319 Betriebe mit durchschnittlich 33,42 Zimmern. Ein Hotel mit mindestens 80 Zimmern ist damit deutlich grösser als der Durchschnitt und verlangt deshalb ein höheres Investitionsvolumen.

Auf dem Markt finden sich häufig kleinere Häuser mit rund 30 Zimmern, einem hohen Gastronomieanteil und persönlicher Führung durch die Eigentümer. Teilweise fehlt eine Nachfolgeregelung, die Rentabilität ist bescheiden. Hinzu kommen möglicherweise ein Renovationsstau oder über Jahre gewachsene Betriebsstrukturen.

Auch die Eigentumsverhältnisse können den Kauf komplizierter machen. Befinden sich Immobilie und Betrieb in derselben Gesellschaft, ist zu klären, ob die Gesellschaft mit ihren Aktiven und Verpflichtungen verkauft wird oder lediglich die Immobilie – also ein Share Deal oder ein Asset Deal. Sind betriebliche und finanzielle Informationen nur beschränkt oder unstrukturiert vorhanden, wird die wirtschaftliche Beurteilung zusätzlich erschwert.

Ein Hotel, drei Werte

Hat der Käufer ein interessantes Objekt gefunden, beginnt der schwierigere Teil. Der verlangte Kaufpreis sagt noch wenig darüber aus, welchen Wert das Hotel für ihn tatsächlich hat. Gerade bei inhabergeführten Häusern können emotionale Faktoren in die Preisvorstellung einfliessen. Nach vielen Jahren im eigenen Betrieb soll der Verkauf möglicherweise den Ruhestand finanziell absichern. Auch bisher nicht ausgeschöpftes Potenzial kann den verlangten Preis erhöhen. Der Käufer muss dagegen beurteilen, was der Betrieb unter realistischen Annahmen erwirtschaften kann.

Wie weit diese Perspektiven auseinanderliegen können, zeigt ein Musterhotel mit 3 Sternen, 40 Zimmern und einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 130 Franken. Je nach Bewertungsansatz resultiert ein anderer Wert. Der Wiederaufbau- beziehungsweise Versicherungswert liegt im Beispiel bei 6,7 Millionen Franken, der theoretische Bruttomietertragswert bei knapp 8 Millionen Franken. Der DCF-Ertragswert, der auf den erwarteten freien Cashflows basiert, beträgt dagegen lediglich 1,5 Millionen Franken.

Die Unterschiede sind beträchtlich. Die drei Werte beruhen allerdings auf verschiedenen Berechnungsansätzen und lassen sich nicht einfach gegeneinander ausspielen. Für einen Käufer zählt, welche Erträge der Betrieb tatsächlich erwirtschaften kann und welche Investitionen dafür nötig sind.

Das gilt auch für vermeintlich brachliegendes Potenzial. Was sich nach der Übernahme vielleicht aus einem Hotel herausholen lässt, ist noch kein erwirtschafteter Ertrag. Bezahlt der Käufer dieses Potenzial bereits beim Erwerb, trägt er das Risiko, dass es sich später nicht realisieren lässt.

Was die Bank finanziert

Spätestens bei der Finanzierung wird aus der Bewertung eine konkrete Grenze. Im Musterbeispiel liegt der DCF-Ertragswert bei 1,5 Millionen Franken. Die Bankfinanzierung beträgt 900 000 Franken beziehungsweise 60 Prozent. Weitere 225 000 Franken oder 15 Prozent werden als Mezzaninfinanzierung der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) angenommen. Insgesamt stehen so 1,125 Millionen Franken Fremdkapital zur Verfügung.

Der Kaufpreis ist damit noch nicht bestimmt. Für die Finanzierung kommt das Niederwertprinzip zum Tragen. Liegt der Kaufpreis unter dem errechneten Ertragswert, orientiert sich die Finanzierung am tieferen Kaufpreis. Liegt er darüber, bleibt der tiefere Ertragswert die Grundlage. Ein Verkäufer kann also einen höheren Preis verlangen, ohne dass die Fremdkapitalgeber diesen Mehrpreis mitfinanzieren. Zusätzlich können eine Verpfändung der Aktien, eine Lebensversicherung des Käufers und eine Bankgarantie verlangt werden.

Vor dem Kauf kommt die Prüfung

Haben Käufer und Verkäufer eine grundsätzliche Einigung erzielt, ist die Transaktion noch lange nicht abgeschlossen. Nun folgt die Due Diligence. Geprüft werden unter anderem der Betrieb, rechtliche und vertragliche Fragen, die Architektur und die Steuern.

Gerade bei Renovationsstau, gewachsenen Strukturen oder lückenhafter Datenlage gewinnt diese Prüfung an Bedeutung. Sie kostet Zeit und Geld. Seriöse und unabhängige Beratung gehört deshalb zum Kaufprozess. Bis zum Closing kann das Geschäft trotzdem scheitern: an unterschiedlichen Preisvorstellungen, Vertragsfragen oder nicht erfüllten Bedingungen. Ohne vereinbarte Exklusivität kann zudem ein anderer Interessent ein höheres Angebot abgeben. Auch äussere Ereignisse können die wirtschaftlichen Voraussetzungen während eines längeren Verkaufsprozesses verändern. Ebenfalls sollten die künftige Struktur und ein Exit bereits beim Kauf mitgedacht werden. Soll der Betrieb später vermietet oder das Hotel wieder verkauft werden? Auch die Frage, ob Immobilie und Betrieb in einer oder in getrennten Gesellschaften geführt werden, sollte vor der Übernahme geklärt sein.

Eigentum verändert die Rechnung

Mit dem Closing endet die Transaktion, nicht aber das Investitionsrisiko. Nun muss der Betrieb jene Erträge erwirtschaften, auf denen Bewertung und Finanzierung beruhen. Gleichzeitig fallen Investitionen an, und die Fremdkapitalgeber müssen bedient werden.

Entwickeln sich Betrieb und Immobilie positiv, partizipiert der Hotelier als Eigentümer daran. Umgekehrt trägt er neben dem operativen Risiko auch jenes der Immobilie und ihrer Finanzierung.Ein Hotel kann als Betrieb attraktiv und als Investition trotzdem zu teuer sein. Ob sich der Kauf rechnet, entscheidet sich daran, was das Hotel langfristig erwirtschaften kann.


[RELATED]

Martin Studer

Meinung

Hotels neu bewertet

René-Ojas Woltering, Associate Professor an der EHL, erklärt, warum Hotels trotz hoher Kosten für Betrieb und Renovationen für Investoren wieder interessanter werden könnten.
Woltering
René-Ojas Woltering

Hotels haben als Anlageklasse oft einen schwierigen Ruf. Der Preis lässt sich zwar jede Nacht neu setzen, die «Miete» kann aber ebenso schnell verschwinden. Dazu kommen Personal, Energie, Markenstandards und Renovierungen. Gerade der letzte Punkt wurde oft schöngerechnet. Der grösste börsenkotierte Hotelimmobilienkonzern der USA, Host Hotels, budgetiert 2026 allein 550 bis 630 Millionen Dollar für sein bestehendes…

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Gastbeitrag

Hotelinvestition: Finanziert wird das Konzept, nicht das Gebäude

Millioneninvestition, Toplage, starke Architektur und trotzdem kein Kredit. Bei der Finanzierung eines Hotels zählt vor allem seine langfristige Ertragskraft. Wie Kreditgeber Wert, Tragbarkeit und Risiko eines Hotelbetriebs beurteilen.
Gilles Zollinger, Leiter Finanzierung bei der Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit (SGH)
Hotelfinanzierung, Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit, SGH, Ertragswert, Discounted Cashflow, EBITDA, Hotelkredit
Bei der Hotelfinanzierung zählt nicht primär der Wert der Immobilie, sondern die langfristige Ertragskraft des Betriebs.
Bei der Hotelfinanzierung zählt nicht primär der Wert der Immobilie, sondern die langfristige Ertragskraft des Betriebs. Bild: istockphoto
Bild: istockphoto

Ein Hotel kann Millionen gekostet haben, architektonisch begeistern und an bester Lage stehen. Trotzdem erhält es keine Finanzierung. Denn Kreditgebende finanzieren nicht primär Gebäude, sondern die Fähigkeit eines Betriebs, langfristig Erträge zu erwirtschaften. Dafür muss es genügend Mittel generieren, um operative Kosten, Zinsen, Amortisationen, Steuern und notwendige Investitionen nachhaltig zu tragen. [RELATED]

…

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Gilles Zollinger, Leiter Finanzierung bei der Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit (SGH)

Umnutzung

Umbauen oder neu bauen?

Ehemalige Industriegebäude, Kinos oder andere Liegenschaften werden zu Hotels. Doch ist die Umnutzung tatsächlich die wirtschaftlich interessantere Alternative zum Neubau?
Nicolas Bollinger
Nicolas Bollinger
silo
Das Silo Design & Boutique Hostel in Basel zeigt, dass bei einer Umnutzung nicht nur die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Liegenschaft eine Rolle spielen kann, sondern auch ihr Wert für das gesamte Areal.
Das Silo Design & Boutique Hostel in Basel zeigt, dass bei einer Umnutzung nicht nur die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Liegenschaft eine Rolle spielen kann, sondern auch ihr Wert für das gesamte Areal. Bild: Krafft Gruppe
Bild: Krafft Gruppe

Wer heute ein Hotel bauen will, muss nicht zwingend auf der grünen Wiese beginnen. Manchmal steht das künftige Hotel längst da, nur wurde das Gebäude ursprünglich für einen ganz anderen Zweck errichtet. Das «Einstein St. Gallen», dessen Gebäude einst der St. Galler Textilindustrie dienten, ist dafür ein bekanntes Beispiel. In Murg am Walensee wurde eine ehemalige Spinnerei zum Lofthotel. Noch bewegter ist die…

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Investitionsplanung

Kleinere Hotels setzen auf Qualität statt Spielereien

Clever planen. Eine Klimaanlage kann die Gästezufriedenheit steigern, eine durchdachte Terrasse das Personal entlasten und ein lokaler Handwerker im Ernstfall entscheidend sein. Wie kleinere Hotels ihre Investitionen so planen, dass sie langfristig wirken.
Christine Zwygart
Hotel Nidwaldnerhof, Sinn & Gewinn Hotels, Alma Hotel, Hotelinvestitionen, Selbstfinanzierung, Nachhaltigkeit, Hitzemanagement
Im Hotel Nidwaldnerhof werden Investitionen früh geplant, um sie in der ruhigeren Saison umsetzen zu können.
Im Hotel Nidwaldnerhof werden Investitionen früh geplant, um sie in der ruhigeren Saison umsetzen zu können. Bild: zvg
Bild: zvg

Als Rolf Stucki vor rund23 Jahren das Hotel Nidwaldnerhof in Beckenried übernahm, ging ohne Fremdkapital nichts. Der Betrieb hat heute 20 Zimmer und 3 Suiten. Über fünf Millionen Franken flossen in den ersten Jahrzehnten in Renovation, Umbauten und Erneuerung. «Wir steckten nicht nur Know-how und Leidenschaft in den Betrieb, sondern auch viel Geld», so Stucki. Finanziert wurde der grösste Teil über Banken, die…

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Hotel Delfino

Vom Familienbetrieb zum 85-Millionen-Projekt

Wie weiter mit dem Hotel Delfino? 3-Sterne-Hotelier Federico Haas beschäftigt sich seit Jahren mit der Nachfolge. Für die Zukunft seines Luganeser Betriebs wählt er einen eigenen Weg und denkt weit voraus.
Daniel Tschudy
Daniel Tschudy
Hotel Delfino, Federico Haas, Lugano, Hotelnachfolge, Hotelentwicklung, MICE, Tessiner Hotellerie
Visualisierung: So soll das Hotel Delfino 2032 zur Wiedereröffnung aussehen. Das Haus soll mit einem internationalen Hotelbetreiber weitergeführt werden.
Visualisierung: So soll das Hotel Delfino 2032 zur Wiedereröffnung aussehen. Das Haus soll mit einem internationalen Hotelbetreiber weitergeführt werden. Bild: Mino Caggiula Architects
Bild: Mino Caggiula Architects
Hotel Delfino, Federico Haas, Lugano, Hotelnachfolge, Hotelentwicklung, MICE, Tessiner Hotellerie
Das Hotel Delfino in Lugano ist seit 1973 im Besitz der Familie Haas. 2003 wurde es umfassend renoviert.
Das Hotel Delfino in Lugano ist seit 1973 im Besitz der Familie Haas. 2003 wurde es umfassend renoviert. Bild: zvg
Bild: zvg
Hotel Delfino, Federico Haas, Lugano, Hotelnachfolge, Hotelentwicklung, MICE, Tessiner Hotellerie
Hotelier Frederico Haas hat das Hotel Delfino 2001 von seinen Eltern übernommen und will es in eine wirtschaftlich tragbare Zukunft überführen.
Hotelier Frederico Haas hat das Hotel Delfino 2001 von seinen Eltern übernommen und will es in eine wirtschaftlich tragbare Zukunft überführen. Bild: zvg
Bild: zvg

Die Bundesstatistik wies per Juli 2026 in der Schweiz 4 319 Betriebe mit durchschnittlich 33,42 Zimmern aus. Viele dieser Häuser, vor allem in ländlichen Gebieten, sind Familienbetriebe, ein Grossteil seit Generationen. Einige kämpfen mit der Nachfolge.

Federico Haas, 63, ist Hotelier in vierter Generation. Vor 25 Jahren übernahm er von seinen Eltern das 3-Sterne-Hotel Delfino im Quartier Loreto in Lugano. Bald…

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Herbstsession 2026

MWST-Sondersatz wird zur Investitionsfrage

Hohe Baukosten, lange Verfahren und regulatorische Vorgaben belasten Hotelinvestitionen. Hinzu kommt die Unsicherheit um den MWST-Sondersatz, über den der Nationalrat in der Herbstsession erneut berät.
Mehrwertsteuer, MWST-Sondersatz, Beherbergung, Herbstsession 2026, Nationalrat, Hotelinvestitionen, Hotellerie Schweiz, Martin Candinas, Kurt Baumgartner, Christian Hürlimann, Investitionsstandort Schweiz, HotellerieSuisse
Mitte-Nationalrat Martin Candinas, Hotelier Kurt Baumgartner und HotellerieSuisse-Direktor Christian Hürlimann diskutierten über die Rahmenbedingungen für Hotelinvestitionen in der Schweiz.
Mitte-Nationalrat Martin Candinas, Hotelier Kurt Baumgartner und HotellerieSuisse-Direktor Christian Hürlimann diskutierten über die Rahmenbedingungen für Hotelinvestitionen in der Schweiz. Bild: Nora Devenish
Bild: Nora Devenish

Die Schweiz ist ein verlässlicher Investitionsstandort. Doch bei Hotelprojekten zählt nicht nur die Stabilität der Regeln. Deren Umsetzung und die Dauer der Verfahren wirken sich direkt auf die Rechnung aus. Irgendwann stellt sich deshalb die Frage: Lässt sich ein Projekt unter diesen Bedingungen noch realisieren? Wie unterschiedlich die Lage beurteilt wird, zeigte die Diskussion am Swiss Hospitality Investment Club…

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