An der Hotelfachschule Thun sind im August 107 Lernende in den drei Berufslehren Restaurantfach, Hotel-Kommunikation (HoKo) und Hotellerie-Hauswirtschaft gestartet. «Die Berufslehre ist und bleibt ein sehr gefragtes Modell», sagt David Delessert, Leiter Grundbildung der Hotelfachschule Thun. [RELATED]
Die Schule hatte mit einem leichten Rückgang gerechnet, da im Kanton Bern an der BZI in Thun eine Klasse mit 23 HoKo-Lernenden aus Betrieben im Kanton Bern und Solothurn gestartet ist. Der erwartete Rückgang blieb jedoch aus.
15 bis 20 Prozent pendeln
Die Lernenden stammen grösstenteils aus Berner und Bündner Hotels. Während der Ausbildungsblöcke können diese neu pendeln. 15 bis 20 Prozent nutzen diese Möglichkeit, die grosse Mehrheit übernachtet weiterhin im Schulhotel. «Das zeigt, dass das Schulhotelmodell pädagogisch überzeugt und funktioniert», sagt Delessert.
Damit Pendelnde keine praktischen Ausbildungssequenzen verpassen, hat die Hotelfachschule die überbetrieblichen Kurse in die reguläre Unterrichtszeit integriert.
Ganz ohne Folgen bleibt die Umstellung nicht. Die Mittagspause musste auf 60 Minuten verkürzt werden. Dem Hospitality-Team fehlt dadurch während dieser Zeit die bisherige Unterstützung der Lernenden. Darüber hinaus seien bisher nur wenige Anpassungen am neuen Modell nötig gewesen.
Umzug nach Thun steht bevor
Am 19. Oktober schliesst die Hotelfachschule den bereits im August begonnenen Umzug vom Schulhotel Regina in Interlaken auf den Campus in Thun ab. Für die Unterbringung der Lernenden arbeitet sie künftig mit dem The Lab Hotel zusammen. Auf dem gemeinsamen Campus treffen die Lernenden auch auf Gäste, Personen in Weiterbildung und Studierende der Höheren Fachschule.
Zürich setzt auf einen schulischen Einstieg
Bei Minerva Schulen, einer privaten Bildungsanbieterin, sind im August am Standort Zürich 14 Lernende in die schulisch organisierte Grundbildung für Hotel-Kommunikationsfachleute gestartet. Acht Frauen und sechs Männer sind in der erste Klasse. «Genau diesen Mix hatte ich mir gewünscht», sagt Vera Höhn, Lehrgangsleiterin Hotel-Kommunikationsfachfrau/-mann EFZ an der Schule Minerva. Das angestrebte Klassenziel von 14 bis 16 Lernenden wurde damit erreicht, obwohl die Bildungsbewilligung erst im Sommer vorlag und das Angebot zuvor nur zurückhaltend beworben wurde.
Der Name ist Programm
Die erste HoKo-Klasse bei Minerva Schulen macht ihrem Namen alle Ehre: «Teilweise fast etwas zu kommunikativ», findet Vera Höhn. So stand schon früh die wichtigste Hotellerie-Lektion auf dem Programm: Gute Kommunikation beginnt beim Zuhören.
Laut Vera Höhn von Minerva Schulen richtet sich das Zürcher Modell unter anderem an Jugendliche, die nach der obligatorischen Schule zunächst stärker im schulischen Umfeld bleiben möchten. Angesprochen werden auch Jugendliche, die keine passende betriebliche HoKo-Lehrstelle gefunden haben.
Praxiseinsätze an der Hotelfachschule Zürich
Die Ausbildung wechselt zwischen längeren Schul- und Praktikumsphasen ab. Während der Schulzeit werden die Handlungskompetenzbereiche gemäss HoKo-Bildungsplan vermittelt. Ganztägige Praxiseinsätze an der Hotelfachschule Zürich ergänzen den Unterricht. Ab Februar 2027 folgt ein sechsmonatiges Praktikum in Service und Küche, später ein zwölfmonatiges in Réception und Hauswirtschaft. Während dieser Phasen arbeiten die Lernenden zu 100 Prozent in den Praktikumsbetrieben. Die überbetrieblichen Kurse in Wädenswil umfassen drei Tage pro Semester.
Nach den ersten Wochen waren laut Höhn keine grundlegenden Anpassungen nötig. Positiv überrascht hätten die Einstufungstests in Englisch und Französisch. «Im Klassendurchschnitt haben die HoKo-Lernenden teilweise sogar besser abgeschnitten als unsere KV-Lernenden», sagt Höhn. Bis zum ersten sechsmonatigen Praktikum in Service und Küche ab Februar 2027 bleibe wenig Zeit für die Vorbereitung, sagt Höhn. Entsprechend intensiv seien die Unterrichtstage.
