Wie das US-Branchenportal «Skift» unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, haben neben Barbara Muckermann auch Finanzchef Gordon Drake, Personalchefin Karin Raguin, Entwicklungschef Frank Veenstra und Markenchefin Barbara Biffi das Unternehmen verlassen. Chief Commercial Officer Massimo Brancaleoni soll ebenfalls seinen Rücktritt eingereicht haben. Mit Andrea Vanni war bereits zuvor ein neuer Finanzchef ernannt worden. [RELATED]
Der personelle Umbruch trifft die mehrheitlich im Besitz des Königshauses von Bahrain stehende Hotelgruppe in einer Phase der strategischen Neuausrichtung.
Neuausrichtung auf das oberste Luxussegment
Seit ihrem Amtsantritt hatte Muckermann eine umfassende Neupositionierung vorangetrieben. Im April 2026 erläuterte sie gegenüber dem Branchenportal «Hotel vor9» ihre Strategie. Kempinski hatte das Portfolio von 82 auf 75 Hotels reduziert, weil einzelne Häuser den angestrebten Ultra-Luxus-Standards nicht entsprachen. Gleichzeitig plante die Gruppe, innerhalb von drei Jahren 34 neue Projekte zu realisieren.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem verstärkten Eigenbesitz von Hotels. Mit dem Erwerb des Augustine Hotel Prague tätigte Kempinski laut Muckermann erstmals seit 1970 wieder einen vollständigen Hotelkauf. Damit wollte die Gruppe mehr Kontrolle über das Gästeerlebnis gewinnen und ihre Abhängigkeit von Managementverträgen verringern.
Zukunft der Expansionspläne offen
Welche Auswirkungen die Führungswechsel auf die Wachstumsstrategie haben, ist derzeit unklar. Muckermann hatte angekündigt, in den US-Markt einzutreten und dort zunächst mindestens drei Hotels zu etablieren. Auch in Europa wollte Kempinski expandieren, insbesondere nach Grossbritannien, Italien, Spanien und Frankreich. In Deutschland nannte sie Hamburg als möglichen zusätzlichen Standort.
Zudem war eine Verlegung des Konzernsitzes von Genf nach Dubai in Vorbereitung. Ob diese Pläne unter einer neuen Führung weiterverfolgt werden, bleibt offen.
Nach eigenen Angaben betreibt Kempinski derzeit 74 Hotels und Residenzen in 33 Ländern. Ein Grossteil der Häuser wird im Auftrag unabhängiger Eigentümer geführt.
