Gemäss Branchenverband Velosuisse ist mittlerweile fast jedes zweite in der Schweiz verkaufte Velo ein E-Bike. Diese Entwicklung zeigt sich auch in der Hotellerie: Gäste reisen mit dem eigenen E-Bike an, mieten vor Ort oder wählen ihre Unterkunft gezielt nach einer passenden Lademöglichkeit. Damit wird Ladeinfrastruktur zur strategischen Frage: Wie entsteht ein Angebot mit echtem Mehrwert, das gleichzeitig wirtschaftlich und betrieblich sinnvoll ist?
Einfache Lösungen für Stadthotels
Urbane Hotels profitieren von einer wachsenden Zielgruppe, die Städte mit dem E-Bike erkundet. Viele Gäste planen ihre Touren direkt vom Hotel aus und erwarten eine sichere, einfach zugängliche Lademöglichkeit über Nacht. Provisorische Lösungen mit Mehrfachsteckdosen oder eigenen Ladegeräten werden zunehmend als Servicemangel wahrgenommen. Eine klar organisierte Ladeinfrastruktur zeigt hingegen, dass ein Betrieb die Bedürfnisse moderner Veloreisender ernst nimmt.
Sommergeschäft stärken
In Skiregionen hat sich der E-Bike-Tourismus von der Nische zu einem wichtigen Pfeiler entwickelt. Bestehende Winterwege und Trails dienen im Sommer als E-MTB-Strecken. Hotels, die ihr Angebot entsprechend erweitern, können Gäste auch ausserhalb der Wintersaison ansprechen und binden.
Gleichzeitig stellen Berglagen besondere Anforderungen: Netzanschlüsse sind nicht überall verfügbar oder mit hohen Kosten verbunden. Für solche Standorte bieten sich netzunabhängige, solarbasierte Ladelösungen an. Sie benötigen keinen Stromanschluss und kommen ohne aufwendige Installation aus.
Professionalität statt Provisorium
Einfache Steckdosen reichen in der Praxis oft nicht aus. Unterschiedliche Ladegeräte, lose Kabel und improvisierte Lösungen führen schnell zu unübersichtlichen Situationen in Abstellräumen oder sogar in Gästezimmern. Neben dem Sicherheitsaspekt leidet auch die Servicequalität.
Praxistaugliche Lösungen erfüllen drei Grundanforderungen: universelle Kompatibilität mit gängigen Systemen, robuste Ausführung für den Dauerbetrieb sowie eine einfache, möglichst selbsterklärende Nutzung ohne zusätzlichen Aufwand für das Personal. Idealerweise lässt sich die Ladestation in ein Abstell- und Veloparksystem integrieren. So entstehen klare Prozesse und ein aufgeräumtes Erscheinungsbild.
Lösungen ohne Netzanschluss
Für abgelegene Standorte oder Orte ohne Stromanschluss eignen sich mobile, netzunabhängige Ladelösungen. Sie lassen sich flexibel und saisonal einsetzen, bieten kombinierte Abstellmöglichkeiten und können gestalterisch in die Umgebung integriert werden.
Mehrwert statt Zusatzaufwand
Neben höherer Gästezufriedenheit profitieren Hotels von besserer Sichtbarkeit und klarer Differenzierung im Wettbewerb. E-Bike-freundliche Betriebe werden gezielt gesucht und häufiger gebucht. Zudem entstehen Zusatzumsätze etwa durch Tourenangebote oder Kooperationen mit lokalen Anbietern.
Dem gegenüber stehen geringe Betriebskosten: Eine Akkuladung kostet rund 20 Rappen, die jährlichen Stromkosten pro Bike bleiben im tiefen zweistelligen Bereich. Für Hotels bedeutet das ein attraktives Verhältnis: niedriger Aufwand, aber ein spürbarer Effekt auf Auslastung, Bewertungen und Zusatzgeschäft.
Checkliste für die Praxis
Wer in Ladeinfrastruktur investiert, sollte nicht nur auf die Technik, sondern auf das Gesamtkonzept achten. Eine strukturierte Planung hilft, Angebot, Nachfrage und Betrieb sinnvoll aufeinander abzustimmen. Entscheidend ist zunächst die Nachfrage: Liegt der Betrieb an einer Velo- oder E-Bike-Route, und reisen bereits Gäste mit entsprechender Ausrüstung an? Ebenso relevant ist die Positionierung im Wettbewerb: Bieten Mitbewerber bereits Ladeinfrastruktur, und passt das Angebot zur eigenen Ausrichtung, etwa im Bereich Nachhaltigkeit? Auch die Wirtschaftlichkeit sollte geprüft werden. Förderprogramme oder Kooperationen können Investitionen erleichtern. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob das Laden als kostenloser Service oder kostenpflichtig angeboten wird. Im Betrieb zählt vorrangig die praktische Umsetzung: Ladepunkte sollten sinnvoll im Innen- oder Aussenbereich integriert werden und mit der Nachfrage mitwachsen können. Skalierbare Lösungen helfen, das Angebot bei steigender Nutzung, ohne grossen Mehraufwand auszubauen.
Fazit
E-Bike-Ladeinfrastruktur entwickelt sich vom Zusatzangebot zum Standard – vergleichbar mit WLAN oder Parkplätzen. Hotels, die frühzeitig handeln, profitieren doppelt: Sie steigern die Gästezufriedenheit und erschliessen neue Nachfragepotenziale, insbesondere in der Nebensaison.
Dieser Fachartikel ist in Zusammenarbeit mit der A. Steffen AG entstanden.
Smarte Lösungen für E-Bike-Infrastruktur und Mobilität
A. Steffen AG ist ein Schweizer Anbieter von Elektromaterial für Retail und Industrie. Das Unternehmen bietet zudem Lösungen für E-Bike-Infrastruktur und Mobilität an. Es berät, plant und realisiert E-Bike-Ladesysteme für Hotellerie und Tourismus. Vom 28. bis 31. Mai 2026 ist die A. Steffen AG an der Cycle Week in Zürich präsent, dem grössten Velofestival der Schweiz, und bietet vor Ort Beratungen an.
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