Armin Lötscher lebte und arbeitete über 60 Jahre in London, unweit des früheren «Swiss Centre» in Soho-Quartier. Mit 20 Jahren zog der Entlebucher nach London und begann seine Karriere als Konditor in der renommierten Bäckerei von Madame Floris. Er erzählte oft und mit Stolz, dass er die Geburtstagstorte zum 88. Geburtstag von Winston Churchill, den er mehrmals traf, backen durfte.
Ich war immer ein frecher Junge.
Armin «Sweety» Lötscher
Nach dem ersten London-Aufenthalt arbeitete er einige Jahre zur See, bevor er nach London zurückkehrte. Dort gründete er 1960 in einem Untergeschoss an der Wardour Street den «St. Moritz Club», primär als informellen gesellschaftlichen Klub für die schon damals grosse Schweizer Gemeinde in London. In den 60er- und 70er-Jahren galt der Club als eine legendäre Musiklocation mit Auftritten von berühmten Bands wie zum Beispiel die Kinks oder Deep Purple. Der britische Punkrockmusiker Joe Strummer widmete ihm 1981 sogar einen Song: «Sweety of the St. Moritz».
Auf die Frage, wie er zu seinem Spitznamen «Sweety»»gekommen sei, erinnerte sich Lötscher wie folgt: «Ich war immer ein frecher Junge und brachte damals in Soho allen Mädchen kleine Kuchen mit. Sie liebten das und nannten mich dann Sweety - der Name blieb hängen».
1974 eröffnete er über dem Club auch das Restaurant St. Moritz, heute das älteste Schweizer Restaurant Londons. Armin Lötscher war ein fleissiger und aufrichtiger Mann, der trotz seiner vielen Jahre im Ausland eine tiefe Verbundenheit zur Schweiz bewahrte. Die Gastronomie in Soho war sein Leben: Er wurde ein echter Londoner, später eine Kultfigur – und zuletzt eine «Soho Legende».
